Pressemappe

THE SCREEN #2: Ein Gedicht, das nie aufhört, sich zu schreiben

-

© Sasha Stiles © ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, Foto: Saskia Hahn

Pressemitteilung

In der zweiten Phase von THE SCREEN zeigt das ZKM | Karlsruhe “A LIVING POEM” von Sasha Stiles

Sasha Stiles gehört zu den bedeutendsten Stimmen des generativen Zeitalters. Nach der Präsentation im MoMA in New York zeigt sie nun „A LIVING POEM" ab dem 28. März als zweite Position von THE SCREEN im Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe. In einer Form, die es so noch nicht gab: erweitert um persönliche Bezüge zu ihrer Familiengeschichte in Deutschland und als Hommage an die Frauen, die Informatik und Medienkunst geprägt haben.

A LIVING POEM
Sasha Stiles
28. März – 12. April 2026
ZKM | Lichthof 8

Die kalmykisch-amerikanische Künstlerin und Dichterin Sasha Stiles ist eine führende Stimme des sogenannten generativen Zeitalters, in dem Künstliche Intelligenz nicht nur analysiert, sondern eigenständig Inhalte erzeugt. Sie bezieht Künstliche Intelligenz als Co-Autorin in ihren Schreibprozess ein und geht zusammen mit ihrem KI-Alter Ego „Technelegy” der Frage nach, wie Künstliche Intelligenz die menschliche Erfahrung, Sprache und Autor:innenschaft verändert. Den Algorithmus versteht sie als unverzichtbares künstlerisches Medium unserer Gegenwart, als Technologie des Gedächtnisses und des Bewusstseins.

A LIVING POEM von Sasha Stiles ist ein unendlicher Text, der aus dem Zusammenspiel von menschlicher Kreativität und Computeralgorithmen hervorgeht. Es ist eine Sprachspiel-Maschine”, die Sprache aufbricht und neu kombiniert – und so ein sich immerzu fortschreibendes Gedicht hervorbringt. Ursprünglich konzipierte Stiles das Werk für das Museum of Modern Art in New York, wo die Arbeit vom 10. September 2025 bis zum 03. März 2026 zu sehen war. Inspiriert von textbasierten Kunstwerken aus der Sammlung des MoMA, schreibt sich A LIVING POEM alle 60 Minuten neu und veranschaulicht Stiles’ Ansatz, Poesie als dynamisches, lebendiges System zu betrachten. Jeder Vers entsteht in Echtzeit mithilfe eines eigens entwickelten Sprachmodells, komplexer Prompts, individueller Datensätze sowie von Stimme, Klang und visuellen Elementen. 

A LIVING POEM wurde 2025 für die Hyundai Card Digital Wall im Museum of Modern Art in New York entwickelt und verändert sich nun mit jedem Ort, an dem es gezeigt wird. Für die Präsentation in Karlsruhe erweiterte sie das Werk um persönliche Bezüge zu ihrer Familiengeschichte: Die Mutter der Künstlerin, eine Kalmykin indigener oirat-mongolischer Herkunft, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in einem Displaced-Persons-Lager in Deutschland geboren und zog als Kind in die USA. Hier wie dort wurde die Muttersprache, das Kalmykisch, zu einer Art verschlüsselten Form von Erinnerung und Verbundenheit. Außerdem verweist die im ZKM präsentierte Version von A LIVING POEM auf die wegweisende Arbeit von Frauen im Bereich der Informatik und Medienkunst, die der Sammlung des ZKM programmatisch nahestehen, darunter Vera Molnár, Alison Knowles, Lynn Hershman Leeson und Tamiko Thiel.

THE SCREEN

THE SCREEN präsentiert über sechs Wochen hinweg drei künstlerische Positionen, die sich auf unterschiedliche Weise mit Künstlicher Intelligenz auseinandersetzen. Der Lichthof 8 des ZKM | Karlsruhe, wo die großformatige, über zwei Stockwerke reichende LED-Wand installiert ist, ist in dieser Zeit nicht nur ein Ort für herausragende Medienkunst, sondern auch ein Ort zum Verweilen, Beobachten und Austauschen. THE SCREEN lädt dazu ein, Kunst nicht nur kurz zu betrachten, sondern Zeit mit ihr zu verbringen. Freitags und samstags bleibt die Installation daher bis 22 Uhr geöffnet.

Footer

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien

Lorenzstraße 19
76135 Karlsruhe

+49 (0) 721 - 8100 - 1200
info@zkm.de

Organization

Dialog