Filmexperimente der 68er: Neue Wellen auf dem langen Marsch in die Postmoderne
Ein weißer Lichtstern vor bunten Farbenstrahlen
Filmexploratorium mit Wolfgang Petroll
Do, 14.06.2018 18:30

Lust an gesellschaftlichen und ästhetischen Experimenten, verbunden mit Hoffnungen auf eine lebenswertere Zukunft bestimmten die Jahre um 1968. Welche stilistischen Innovationen und inhaltlichen Perspektiven zeigten sich in den Filmen dieser Zeit? Am 14. Juni 2018 präsentiert das ZKM zu dieser spannenden und kulturell vielseitigen Epoche ein Filmexploratorium von und mit Wolfgang Petroll. 

Innovation und Experimentierfreude der 1968er zeigten sich auch in Spielfilmen: Die Neuen Wellen der europäischen Filmkulturen griffen auf ihrem Höhepunkt nach Hollywood über. Die Hoffnung auf eine bessere Moderne war verbunden mit einer Neubewertung der neueren Geschichte (z.B. im Western-Genre), sowie tiefer Skepsis gegenüber real existierenden Modernisierungseffekten. Bereits »Easy Rider« machte deutlich: der »Summer of Love« war vorbei, Hoffnung auf Neues und Scheitern an den Kräften des Beharrens lag nah beieinander. In der Folge begann der lange Marsch in die Postmoderne…

Welche stilistischen Innovationen und inhaltlichen Perspektiven zeigten sich in den Filmen der 1968er? Worin liegen ihre kulturelle Nachhaltigkeit und unverminderte Aktualität? – Im Filmexploratorium wird das an Beispielen aus Filmen jener Jahre verdeutlicht: unter anderem von Godard und Kubrick, Kluge und Fassbinder, Antonioni und Leone, Polanski und Buñuel. Das führt uns letzten Endes zu den Fragen: Ist das Projekt »Aufklärung« an der »Abgeklärtheit« der Postmoderne gescheitert, oder wartet es auf neuen Schwung? Und: wieviel Utopie, wieviel Revolution braucht eine Kultur zum Überleben?

Organisation / Institution
ZKM | Karlsruhe