ZKM FilmInsel
Kathryn Bigelow steht am Set von »Strange Days« (1995) hinter der Kamera.
Retrospektive Kathryn Bigelow
Mi, 11.08.2021 – Fr, 13.08.2021, täglich ab 19 Uhr
Insel Hub auf dem Vorplatz
Sprachen: Deutsch, Englisch

Das ZKM zeigt eine dreitägige Retrospektive der Regisseurin und Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow.

Kathryn Bigelows (*1951) Karriere ist von ihren Anfängen in der Bildenden Kunst und der New Yorker Avantgarde-Szene geprägt. Als Kunst- und Filmstudentin an der Columbia University in den 1970er Jahren kam sie mit der kritischen Theorie und dem Strukturalismus in Kontakt, unter anderem durch die Zusammenarbeit als Schauspielerin, Kamerafrau, Drehbuchautorin und/oder Cutterin mit Filmemachern wie Richard Serra (»Prisoner's Dilemma«, 1974) und ihrem Mentor Lawrence Weiner, einem Pionier der Konzeptkunst. Zeitweise war sie Teil der Künstler:innengruppe »Art & Language«. Seitdem bringt sie als Regisseurin das Intellektuelle in das Action- und Thriller-Genre: eine Verbindung, die sie bereits in ihrem ersten Kurzfilm »The Set-Up« (1978) etablierte, in dem sich zwei Männer auf der Straße prügeln während auf der Tonspur eine philosophische Unterhaltung über Gewalt im Kino abläuft.

Dieses Kernthema der kritischen Auseinandersetzung mit Gewalt und deren Aspekten und Widersprüchlichkeiten behielt Bigelow auch nach ihrem Übergang nach Hollywood bei, mit dem sie sich einem breiteren Publikum zuwenden wollte. Für sie liegt die Faszination des Kinos als Massenmedium in seiner Überschreitung von Grenzen sozialer Schichten: während die Bildende Kunst ein Nischenpublikum anspricht, können der Film und das Kino eine kollektive Erfahrung erzeugen und das Unterbewusstsein der Menschen auf direktem Weg stimulieren. Dabei steht für Bigelow auch immer die Funktion von Kunst als Medium der Kritik und des Politischen im Vordergrund: »What I learned was that art has a political responsibility. It's not meant to be decorative.«

Bei diesen Erkundungen beschreitet sie Wege außerhalb des großen Kinos, etwa mit journalistisch geprägten Werken wie dem Virtual-Reality-Dokumentarfilm »The Protectors: Walk in the Rangers' Shoes« (2017) über den Kampf gegen die Wilderei in der Demokratischen Republik Kongo. Solche VR-Formate möchte Bigelow in Zukunft einsetzen, um etwa bei den Schauenden Empathie für die Probleme des Klimawandels zu evozieren.

2009 gewann Kathryn Bigelow für »The Hurt Locker« als erste Frau den Oscar für Beste Regie.

Die dreitägige Retrospektive auf der FilmInsel (ZKM Vorplatz) zeigt Werke der Regisseurin im englischsprachigen O-Ton (zum Teil mit deutschsprachigen Untertiteln).

 

Programm

Mittwoch, 11.08.2021

    • 19 Uhr | »The Protectors: Walk in the Rangers' Shoes« (2017)
    • 19:15 Uhr | »Detroit« (2017)

Donnerstag, 12.08.2021

    • 19 Uhr | »The Loveless« (1981)
    • 21 Uhr | »Blue Steel« (1990)

Freitag, 13.08.2021

    • 19 Uhr | »Near Dark« (1987)
    • 21 Uhr | »Strange Days« (1995)
Organisation / Institution
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien