Rosemarie Trockel

A Lady at her Toilet

1991

A Lady at her Toilet
Künstler/in / Künstlergruppe
Rosemarie Trockel
Titel
A Lady at her Toilet
Jahr
1991
Kategorie
Installation
Material / Technik
1 Firstzelt, 1 Zeltboden, 4 Metallleisten, 2 Metallstangen, 1 Klapphocker aus Holz mit Stoffbespannung, Diaprojektor, 80 Dias, 7 gerahmte Reproduktionen alter Graphiken
Maße / Dauer
ca. 185 x 302 x 205 cm
Sammlung
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe
Beschreibung

Rosemarie Trockels Installation »A Lady at her Toilet« besteht aus einem hellgelben Giebelzelt, in dem ein Diaprojektor auf einem Klapphocker steht. Dieser zeigt an der Zeltinnenseite Reproduktionen von Malereien und Grafiken französischer, niederländischer und italienischer Künstler aus dem 16. bis 20. Jahrhundert.



Die Abbildungen unterscheiden sich hinsichtlich der Malweise, der gewählten Ausschnitte und der Entstehungszeit – jedoch zeigen sie immer ähnliche Motive: Leicht bekleidete oder nackte Frauen im Badezimmer, die sich an- oder ausziehen, sich waschen oder baden, ihr Haar kämmen oder sich im Spiegel betrachten. Die Frauen werden allein oder mit einer Dienerin gezeigt. Manchmal ist auch ein Mann in der Rolle eines Voyeurs oder Freiers im Hintergrund erkennbar. Treten die BesucherInnen in den Zeltinnenraum, nehmen sie bei der Betrachtung des Werkes eine ähnliche voyeuristische Perspektive ein.



An dem Klapphocker im Zelt lehnen sieben, in graue Passepartouts gerahmte Reproduktionen von Zeichnungen. Darunter befindet sich auch eine Kreidezeichnung des französischen Rokoko-Malers Jean-Antoine Watteau (1684–1721), die als Studie für seine Gemälde »La Toilette« und »La Toilette intime« diente. Mit ihrem Werktitel »A Lady at her Toilet« bezieht sich Trockel auf Watteaus Bilder. Im Vorfeld hat sie die Reproduktionen mit Kreide- und Bleistiftzeichnungen 'kommentiert' und sie teilweise mit Wasser und Feuer bearbeitet. Mit diesen Eingriffen verweist die Künstlerin auf die sich verändernde Wahrnehmung von Erotik und des nackten, weiblichen Körpers im 21. Jahrhundert, der heute – trotz Enttabuisierung – nach wie vor sexualisierten und objektivierenden Darstellungen ausgesetzt ist.

AutorIn: Theresa Rößler

Über den/die Künstler/in