Otto Beckmann, Oskar Beckmann

Imaginäre Architektur

1971

aktuell ausgestellt

Imaginäre Architektur
Künstler/in / Künstlergruppe
Otto Beckmann, Oskar Beckmann
Titel
Imaginäre Architektur
Jahr
1971
Kategorie
computergeneriert, Druckgrafik, Collage, Fotografie, Siebdruck
Material / Technik
Siebdruck auf Papier; Vorlage: Collage aus drei fotografischen Aufzeichnungen der Anzeige eines computerkontrollierten Oszilloskops; Computer: a.i. 70 (Hybridcomputer), Ausgabegerät: Oszilloskop
Maße / Dauer
62 x 88 cm
Sammlung
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe
Beschreibung

»Imaginäre Computerarchitektur ist eine Bezeichnung, die andeuten will, daß es sich um

architektonische Ideen handelt, die primär keinerlei konkrete Beziehungen zur Wirklichkeit besitzen. Es sind Ideen, die nicht in Form von Bauvorhaben zu realisieren sind, sondern frei von zweckgebundenem Denken und Planen dem Bereich der Träume und der Phantasie

zustreben.« (Otto Beckmann) [1]

Wie abstrakt-expressionistische Tuschezeichnungen zieren die schwarzen Grafiken das weiße Papier. Die Formen bleiben unbestimmt und doch deuten sie einen Körper, wenn nicht gar eine Gebäudestruktur an. Architektonischen Formenwelten spielten im vielseitigen Schaffen von Otto Beckmann eine wesentliche Rolle, einem Künstler, der ab 1966 die Möglichkeiten der Verwendung von Computertechnologie im Feld der Musik, Literatur, der bildenden Kunst, des Films und der Architektur theoretisch reflektierte und praktisch erkundete.

Um seine utopischen Entwürfe zu realisieren, bediente sich Beckmann eines Hybrid-Computers, dem „Ateliercomputer“ »a.i.70«, den sein Sohn Oskar Beckmann ab 1969 für ihn konstruierte. Im Gegensatz zu den Digitalcomputern dieser Zeit konnte der Künstler in Echtzeit das Geschehen verfolgen und über Regler die Parameter des Prozesses unmittelbar steuern. Der Ateliercomputer ging im Sommer 1970 in Betrieb und wurde im Laufe der künstlerischen Experimente fortlaufend weiterentwickelt.

Die auf dem Bildschirm des Hybrid-Computers angezeigten Formen, wurden abfotografiert und anschließend in unterschiedlichsten Techniken und Materialien – vom Siebdruck bis zur Skulptur – weiter bearbeitet.



[1] Otto Beckmann, zit. in: Peter Peer/Peter Weibel (Hg.): Otto Beckmann – Zwischen Mystik und Kalkül, Köln 2008, S. 402.

AutorIn: Julia Ihls

Über den/die Künstler/in