ZKM Executive Program

Media Art Institutions & Practices

© ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, Foto: Chiara Bellamoli

Ein fünftägiges Führungskräfteprogramm am ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe. Das ZKM bietet ein internationales, zertifiziertes Programm für Fach- und Führungskräfte aus Museen und Kulturinstitutionen, die Kompetenzen für die institutionelle Arbeit mit Medienkunst aufbauen oder erweitern wollen.

Was dieses Programm besonders macht

Medienkunst ist längst kein Spezialgebiet mehr. Videoinstallationen, Klangkunst, kinetische und filmbasierte Werke, softwarebasierte Arbeiten, KI-generierte und blockchainbasierte Kunst – sie sind heute fester Bestandteil internationaler Sammlungen, häufig auch in Häusern, die nicht auf diese Gattungen spezialisiert sind.

Gleichzeitig stellen diese Werke Institutionen vor Aufgaben, die sich von der Arbeit mit traditionellen Medien grundlegend unterscheiden: in Erwerbung und Sammlungsaufbau, Erhaltung und Restaurierung, Ausstellungstechnik, Vermittlung und organisatorischer Infrastruktur. Hinzu kommen neue Fragen, die sich mit jeder technologischen Entwicklung verschärfen: Wie sammelt man Kunst, deren Trägermedien obsolet werden? Wie bewahrt man Werke, die auf Algorithmen, Echtzeitdaten oder generativen Prozessen basieren? Wie plant man Ausstellungen mit unberechenbaren technischen Komponenten? Und wie lässt sich dies alles unter den realen Bedingungen begrenzter Budgets, knapper Personalressourcen und wachsender ökologischer Anforderungen umsetzen?

Das dafür erforderliche Praxiswissen wird in bestehenden Studien- und Weiterbildungsangeboten kaum systematisch behandelt. Es entsteht in der Regel über Jahre im institutionellen Alltag.

Das ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe – eine der weltweit führenden Institutionen für Medienkunst – macht dieses Wissen jetzt erstmals in einem strukturierten Weiterbildungsformat zugänglich: praxisnah, in einer kompakten Woche und getragen von den Fachleuten des ZKM sowie internationalen Gastreferent:innen.

Ort: ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe (vor Ort)
Datum: 4.–8. Oktober 2026
Kurssprache: Englisch
Teilnahmegebühr: 4.900 € (inklusive aller Kosten vor Ort, exklusive Übernachtung)
Teilnehmeranzahl: maximal 10 Teilnehmende
Zertifikat: Teilnehmer:innen erhalten das ZKM Executive Certificate in Media Art Institutions & Practices, ausgestellt vom ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe.

5 Themenfelder in 5 Tagen

Das Programm verbindet kurze fachliche Einführungen mit Anschauung vor Ort, Werkstattbesuchen, moderierten Gesprächen, Fallstudien und kollaborativen Arbeitssitzungen. Sie arbeiten in einer kleinen Gruppe von maximal 10 Teilnehmer:innen direkt mit den Fachleuten des ZKM und mit eingeladenen internationalen Gastreferent:innen.

Tag 1 – Institutionelle Grundlagen & Rahmenbedingungen

Wie sind Medienkunstinstitutionen aufgebaut? Welche Ressourcen, Strukturen und Kompetenzen braucht ein Haus, das Medienkunst sammelt und zeigt – und wie unterscheidet sich das von der Arbeit mit traditionellen Medien? Der Tag verbindet einen Überblick über zentrale Entwicklungslinien der Medienkunst mit einem realistischen Blick auf organisatorische, finanzielle und personelle Rahmenbedingungen; Keynote von Alistair Hudson, wissenschaftlich-künstlerischer Vorstand des ZKM.

© ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, Foto: Chiara Bellamoli

Tag 2 – Sammlung, Archive & Neue Werkformen

Erwerbung, Aufbau und Pflege von Medienkunstsammlungen und -Archiven: von Videokunst und kinetischen Werken über softwarebasierte Arbeiten bis zu KI-generierter und blockchainbasierter Kunst. Was bedeutet es, Werke zu sammeln, deren technologische Grundlage sich verändert oder deren Existenzform sich einem klassischen Werkbegriff entzieht? Welche Tendenzen gibt es für kunsthistorische Forschung und die Digital Humanities?;  Keynote & Gespräch mit Gastreferent:in.

© ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, Foto: Chiara Bellamoli

Tag 3 – Erhaltung & Restaurierung

Praxis der Konservierung und Restaurierung technologiebasierter Werke – mit Zugang zu den Laboren des ZKM, darunter das Labor für antiquierte Videosysteme und das Digital Restoration Lab. Diskutiert werden langfristige Erhaltungsplanung und Open-Access-Strategien; Künstler:innengespräch.

© ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, Foto: Felix Grünschloß

Tag 4 – Kuratieren, Ausstellen & Vermitteln

Kuratorische Praxis und Ausstellungstechnik für Medienkunst: Von der Konzeption über die technische Planung bis zur Zusammenarbeit zwischen kuratorischen, technischen und konservatorischen Teams. Verknüpft mit Vermittlungsstrategien, die Medienkunst nicht als Anhang, sondern als integralen Bestandteil kuratorischer Konzepte denken – räumlich, digital und im Hinblick auf neue Publika und Zugänglichkeit.

© ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, Foto: Felix Grünschloß

Tag 5 – Perspektiven: KI, Künstlerische Forschung & Institutionelle Zukunft

Was verändern KI-basierte künstlerische Praktiken für Sammlung, Kuratierung, Forschung und institutionelle Arbeit? Welche Rolle spielt künstlerische Forschung an und mit Institutionen? Und wie müssen sich Museen organisatorisch weiterentwickeln, um mit der Dynamik technologischer und künstlerischer Entwicklungen Schritt zu halten? Abschlussdiskussion, Synthese der Woche und Zertifikatsübergabe.

© ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, Foto: Chiara Bellamoli

Das Programm richtet sich an

Das ZKM Executive Program richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus Museen und Kulturinstitutionen, die Medienkunst in ihre institutionelle Praxis integrieren oder ihre bestehende Arbeit in diesem Feld weiterentwickeln wollen: 

  • Kurator:innen
  • Sammlungsverantwortliche
  • Ausstellungsmanager:innen
  • Museumsleitungen 
  • Programmverantwortliche

Vorausgesetzt wird Berufserfahrung im Museums- oder Ausstellungsbereich. Spezifische Vorkenntnisse in Medienkunst sind nicht erforderlich. Das Programm wird auf die Zusammensetzung und die Erfahrungshintergründe der jeweiligen Kohorte abgestimmt.

Lernen, wo das Wissen entsteht. Das Programm findet nicht im Seminarraum statt, sondern in den Werkstätten, Laboren, Depots und Ausstellungsräumen des ZKM. Sie arbeiten mit den Restaurator:innen, Techniker:innen und Kurator:innen, die diese Infrastruktur täglich nutzen.

Alle zentralen Handlungsfelder an einem Ort. Von Sammlungsaufbau über Restaurierung und Ausstellungstechnik bis hin zu Vermittlung, künstlerischer Forschung und institutioneller Steuerung – das Programm behandelt die gesamte Kette institutioneller Arbeit mit Medienkunst in einer kompakten Woche.

Internationale Perspektiven. Neben den Fachleuten des ZKM bringen internationale Gastreferent:innen Perspektiven aus anderen Institutionen und Arbeitskontexten ein. (Die Gastreferent:innen werden in Kürze bekanntgegeben.)

Austausch unter Peers. Sie verbringen fünf Tage mit Fach- und Führungskräften aus internationalen Institutionen, die vor ähnlichen Fragen stehen wie Sie. Die Fallstudien arbeiten mit realen Fragestellungen aus den Institutionen der Teilnehmer:innen.

Aktualität. Das Programm behandelt nicht nur die „klassischen“ Medienkunstgattungen, sondern adressiert explizit die institutionellen Konsequenzen aktueller technologischer Entwicklungen – insbesondere KI-basierte künstlerische Praktiken, generative Kunst und ihre Implikationen für Sammlung, Recht und Konservierung.

Alumni-Netzwerk. Absolvent:innen werden Teil eines wachsenden internationalen Alumni-Netzwerks mit jährlichem Treffen.

Programmleitung

  1. Porträt von Margit Rosen

    Margit Rosen ist Kunsthistorikerin und Kuratorin mit Fokus auf der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, insbesondere auf der Geschichte und Theorie der elektronischen und digitalen Künste. Seit 2016 leitet sie die Abteilung Wissen – Sammlung, Archive & Forschung am ZKM. Zu ihren Publikationen zählt A Little-Known Story About a Movement, a Magazine, and the Computer's Arrival in Art (MIT Press, 2011). Sie lehrte unter anderem an der Kunstakademie Münster, an der Central Academy of Fine Arts (CAFA) in Beijing und an der Università degli Studi di Milano.

  2. Zu sehen ist ein Portrait von Alistair Hudson.

    Alistair Hudson ist seit April 2023 wissenschaftlich-künstlerischer Vorstand des ZKM und Nachfolger von Peter Weibel. Zuvor leitete er als Direktor die Manchester Art Gallery und The Whitworth, das Kunstmuseum der Universität Manchester, an dem er zugleich Professor für Arte Útil war. Weitere Stationen waren das Middlesbrough Institute of Modern Art und Grizedale Arts. Mit seinem Konzept des useful museum versteht Hudson Kunstinstitutionen als Orte gesellschaftlicher Verantwortung und definiert kuratorische Praxis als soziale Praxis. Gemeinsam mit der Künstlerin Tania Bruguera leitet er die Asociación de Arte Útil, ein internationales Netzwerk von Institutionen. 

Die Institution

Das ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe wurde 1989 als eine der ersten Institutionen gegründet, die Künstler:innen ermöglichen sollte, mit neuen Technologien zu experimentieren, und zugleich einer breiten Öffentlichkeit – durch Sammlungsaufbau, Ausstellungen, Veranstaltungen und Publikationen – die Auseinandersetzung mit den Auswirkungen von Technologie auf Kunst und Gesellschaft eröffnen sollte. Mit einer Ausstellungsfläche von 15.000 m², einer Sammlung von über 15.500 Objekten und mehr als 250 Archiven ist das ZKM heute eine der bedeutendsten Institutionen für Medienkunst weltweit. In der Erhaltung und Restaurierung von Medienkunst nimmt das ZKM international eine Sonderstellung ein.

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