Joseph DeLappe
La Malédiction
2023
- Künstler:in / Künstlergruppe
- Joseph DeLappe
- Titel
- La Malédiction
- Jahr
- 2023
- Kategorie
- Skulptur
- Material / Technik
- Mischtechnik, Spielekontroller, Teppichnägel
- Maße / Dauer
- 9 x 21 x 14 cm
- Sammlung
- ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe
- Beschreibung
- Der 1963 in San Francisco geborene Künstler Joseph DeLappe beschäftigt sich seit den frühen 1980er-Jahren mit neuen Medien. Seit 2017 lebt und arbeitet er in Schottland, wo er an der Abertay University in Dundee als Professor tätig ist. DeLappes Werke sind in internationalen Sammlungen vertreten und bewegen sich an der Grenze zwischen künstlerischer Praxis und aktivistischer Handlung. In seinen Arbeiten schafft DeLappe Schnittstellen zwischen Kunst, Geschichte, Technologie und politischen Fragestellungen. Seine Projekte reflektieren kritisch den Einsatz digitaler Medien sowie deren gesellschaftliche Auswirkungen und regen darüber hinaus auch die Betrachtenden an, eine hinterfragende Haltung anzunehmen. Im Zentrum steht dabei die Untersuchung scheinbarer Gegensätze, etwa zwischen analog und digital, physisch und virtuell oder Kunst und Politik. Zwischen solchen Gegensätzen macht DeLappe Verflechtungen sichtbar und kontextualisiert diese neu. Grundlage für seine Werkreihe »Mice and Game Controllers« war die Beobachtung, dass die Computermäuse in seinem Lehrlabor durch intensive Nutzung regelmäßig beschädigt wurden. Anstatt diese jedoch zu entsorgen, begann DeLappe, die defekten Geräte als Material für verschiedene skulpturale Arbeiten zu verwenden. Seit den späten 1990er-Jahren entwickelte Joseph DeLappe so eine Reihe von Arbeiten, in denen er alltägliche Computer- und Gaming-Interfaces in Mixed-Media-Skulpturen umwandelt. Bei seiner Arbeit »La Malédiction« aus dem Jahr 2023 transformiert Joseph DeLappe einen handelsüblicher Gamingcontroller, indem er dessen Oberfläche vollständig mit schwarzen Teppichnägel überzogen hat. Die gleichmäßige, dichte Anordnung der Nägel lässt die ursprüngliche Form des Controllers zwar noch erkennen, entzieht ihm jedoch jede Funktionalität und macht seine Benutzung unmöglich. Durch diese Unbrauchbarmachung konterkariert DeLappe die eigentliche Funktion des Controllers. Ein Objekt, das normalerweise Kontrolle über eine virtuelle Spielwelt ermöglicht, richtet sich nun scheinbar gegen den Bedienenden. Die gewohnte Beziehung zwischen Mensch und Interface wird umgekehrt und in ein neues Verhältnis gesetzt. Der französische Titel »La Malédiction« bedeutet so viel wie „der Fluch“, „die Verwünschung“ oder auch „das Verhängnis“. Er verweist auf eine potenziell negative Beziehung zwischen Menschen und digitalen Medien. Er legt die Ambivalenz offen indem er visualisiert, dass Kontrolle in digitalen Spielwelten nicht nur ausgeübt, sondern auch verloren gehen kann. Die Arbeit deutet damit auf Formen von Abhängigkeit und die Gefahren eines unreflektierten Umgangs mit virtuellen Räumen hin.
Autor:in
Lara
Mainzer