UN_CTRL – Festival für gemeinschaftliche Technologien und Kunst

Do, 12.11. – Sa, 14.11.2026

© ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe
Ort
Lichthof 8
Kubus
Musikbalkon
Kosten
Tickets ab 14 € / online zzgl. Servicegebühr

Tickets online über Reservixx oder vor Ort an der Infotheke

Welche Technologien brauchen wir – und wie nutzen wir sie? 

Tagtäglich nutzen wir Technologien, die einen großen Einfluss auf unser Leben haben. Doch oft entstehen sie nicht mit dem Ziel, den gesellschaftlichen Interessen zu dienen oder ökologische Zusammenhänge mitzudenken. Stattdessen wird ihre Entwicklung häufig von den Interessen weniger Konzerne bestimmt. Als User:innen akzeptieren wir Terms of Service, generieren Daten und trainieren Systeme – ohne Mitgestaltung oder Mitsprache über ihre Ausrichtung. Dabei prägen diese Technologien unsere Wahrnehmung von Zeit, sie strukturieren unsere Arbeit, unseren Alltag und unser In-der-Welt-Sein. Das ZKM | Karlsruhe möchte mit dem Festival UN_CTRL ausloten, wie diese Technologien Gemeinschaften prägen und wie sie ihnen nutzen können – im Sinne eines solidarischen Zusammenlebens. Dabei legt das Festival den Fokus auf ein partizipatives und offenes Programm mit Workshops, Impulsvorträgen, Diskussionsrunden und Performances zum Erforschen und gemeinsamen Testen.

Was definiert Technologien? 

Technologien sind in einen gesellschaftlichen Kosmos eingebettet. Ihr Nutzen hängt davon ab, was wir unter Gemeinschaft, Fortschritt und Wissen verstehen – und auch der Begriff der Technologie selbst ist situiert und kontextabhängig. Wir wollen den Begriff der Technologie also breiter denken als nur im digitalen Raum, und dadurch einladen, unsere Werkzeugkiste zu erweitern. Es gibt nicht die eine technologische Lösung für globale Probleme; gebraucht wird eine Diversität und Pluralität von Technologien und Werkzeugen, die den Interessen spezifischer Gemeinschaften und Forschungsfelder folgen. Dabei weiten wir den Blick über den Menschen hinaus: Wie wären Technologien gestaltet, die nicht nur für uns Menschen, sondern mit anderen Lebewesen gedacht sind, etwa mit Wäldern, Flüssen, Pilznetzwerken, Tieren? Wir fragen, welche Wissenssysteme – kollektive, lokale, indigene – von dominanten Technologieplattformen unsichtbar gemacht werden, und wie Kunst und Forschung diese sichtbar machen können.

Technologien für gemeinschaftliche Interessen? 

Künstler:innen, Forscher:innen und Gemeinschaftsorganisationen weltweit entwickeln Modelle, die Transparenz, Rechenschaftspflicht und fairen Zugang zu technologischen Werkzeugen ermöglichen. Im Austausch mit ihnen untersuchen wir die gemeinschaftliche und kreative Nutzung und Umnutzung von Technologien und Ressourcen. Wie lassen sich Ökonomie, Produktion und Kulturpraktiken rund um Technologien als Open Source, souverän und zugänglich gestalten – jenseits von kapitalistischen Strukturen und Produktivitätsdruck? Anhand konkreter Projekte stellen wir solidarische Ökonomien, sensorische Selbstbestimmung und post-extraktivistische Landnutzung vor.

 

Festivalprogramm 

Donnerstag, 12. November

Keynote von Andreas Beinsteiner 
Workshop mit RAW Lab 
Performance von Nina Davies
Diskussionsrunde mit David Munoz Alcantarra, Fabian Saavedra Lara und weiteren Personen

Freitag, 13. November

Keynote von Caroline Sinders
‚Rope‘ mit Ief Spincemaille 
Performance mit Tania Bruguera
Konzert von Corazón de Robota

Samstag, 14. November

Offene Runde mit Stéphane Verlet-Bottéro und der Katzenwedelwiese
Lesung mit Clay PCB
Launch Gemeine Getränke mit Company Drinks und Kathrin Böhm
Workshop mit dem Arte Útil Archive

 

Mit Werken von:

  • Caroline Sinders
  • David Munoz Alcantarra
  • Eunseong Pak
  • JPGS
  • Ief Spincemaille
  •  Kate Crawford und Vladan Joler
  • Kathrin Böhm
  • Nina Davies
  • RAW Lab
  • Stéphane Verlet-Bottéro
  • Surreallabor

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