Thomas Gerwin
Geburtsjahr, Ort
Rolle am ZKM
- Gastkünstler:in
- Künstler:in der Sammlung
Dezember 1990 – August 1998
Institut / Abteilung
- Institut für Musik und Akustik
Biografie
Thomas Gerwin ist Komponist und Klangkünstler, der insbesondere im Bereich der »Soundscape Composition«, der »akustischen Ökologie« und der radiophonen Kunst aktiv ist. In seinem Berliner Studio inter art project komponiert er instrumentale und (live-)elektronische Werke für Konzerte und Performance, inszeniert experimentelle Hörstücke und kreiert Klangobjekte und -installationen. Als Ausdrucksmittel seiner teils interaktiven oder »situativen« raumkünstlerischen Arbeiten bezieht er oft Neue Medien, Theater, Tanz, Film, Licht und Skulptur ein, wie etwa in der »KlangWeltKarte« im ZKM Karlsruhe oder der Werkreihe »Soundscape No. X«. Gleichzeitig improvisiert und komponiert er mit Gitarre, gefundenen Objekten, Live-Elektronik sowie seit 2008 auch mit seinem präparierten 6-saitigen Banjo. Er ist Dozent im Exploratorium – Zentrum für improvisierte Musik und kreative Musikpädagogik Berlin.
Thomas Gerwin wurde mit verschiedenen nationalen und internationalen Preisen und Stipendien ausgezeichnet und hatte zahlreiche internationale Künstler-Residenzen inne, seine Werke werden weltweit aufgeführt, gesendet und gezeigt. Er war 1993 Gründungsmitglied des World Forum for Acoustic Ecology. Er ist Gründer und künstlerischer Leiter mehrerer Ensembles (u. a. »Kammerensemble ad hoc«, »RaumKlangEnsemble«), sowie des Internationalen Klangkunstfests Berlin (2004–2018). 2017–2023 war er Verbandsvorsitzender und künstlerischer Leiter des jährlichen Festivals »intersonanzen» des BVNM. Seine Noten erscheinen bei Ricordi und beim Verlag Neue Musik.
In der Audiosammlung und der Bibliothek des ZKM sind zahlreiche seiner CD-Produktionen zugänglich, darunter: »1944 – 1952: Schau-Platz Südwest – Haus der Geschichte Baden-Württemberg« (1992), »Karlsruhe – Klangbilder einer Stadt – Ein akustisches Porträt in 12 Sätzen« (1995) eine der ersten Soundscape-Komposition auf CD, »Wattenmeer-Suite: Eine UmweltKlangKomposition« (1996), »Fluss durchs Ohr – Klangbilder vom Neckar« (1998), »Welt klingt – world sounds« (1999) mit einem Live-Internet-Konzert (Stockholm–Darmstadt–Karlsruhe) zur Einweihung der »KlangWeltKarte« (1997), »Rollenspiel Pi r2« (2000), das mit dem Karl-Sczuka-Förderpreis 1999 ausgezeichnet wurde, »Hymnus« (2002) und »90 Sekunden Wirklichkeit« (2002). Am ZKM war er mirverantwortlich für den Aufbau des internationalen digitalen elektroakustischen Musikarchivs IDEAMA.