- Ausstellung
MARS!
Konzeptausstellung
Sa, 06.06. – So, 13.09.2026
- Kosten
- Museumseintritt
Was wäre, wenn wir die Mars-Besiedelung nicht den Superreichen überlassen, sondern als gemeinschaftliches, demokratisches Projekt angehen würden? Was würden wir tun, wenn wir noch einmal von vorn anfangen könnten?
In 2026 fliegen wir gemeinsam zum Mars, um die Erde zu retten. In der Konzeptausstellung MARS! stellen wir die Ergebnisse und Ideen der fünf Prototypen-Workshops aus, die zeigen, dass eine Mars-Besiedelung und das, was wir auf einer klimaveränderten Erde bräuchten, nicht so weit auseinanderliegen. Die Ausstellung präsentiert fünf Prototypen, die gemeinsam mit Bürgerwissenschaftler:innen der Red Dust Society in den Bereichen Habitat, Mental Health, Food, Governance und Resource Management entwickelt wurden. Besucher:innen sind eingeladen, die Ausstellung aktiv mitzugestalten und eigene Ideen beizusteuern – denn alle Fähigkeiten, die wir für eine demokratische Mars-Siedlung brauchen, sind auch hier auf der Erde nötig, um resiliente Gesellschaften zu schaffen.
Im Projekt MARS! – Mobilizing Awareness for Resilient Societies! hat das ZKM | Hertzlab als Zukunftsabteilung des ZKM genau dieses Gedankenexperiment gewagt. Statt auf einer brennenden Erde zurückzubleiben und zuzusehen, wie die Reichen in rote Gefilde aufbrechen, haben wir den Mars zu einem Projekt für uns alle gemacht. In fünf Prototypen-Workshops haben Wissenschaftler:innen und Citizen Scientists als „Red Dust Society“ gemeinsam gestaltet und ausprobiert, wie die Mars-Migration aussehen könnte. Im Laufe des Projekts wird deutlich: Alle Fähigkeiten, die wir für ein Überleben auf dem Mars bräuchten, sind auch hier auf der Erde nötig, um uns auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Und so fliegen wir letztlich zum Mars um die Erde zu retten, mit dem Wissen und den Werkzeugen die wir brauchen, um schon heute mit einer besseren Gesellschaft anzufangen.
Die fünf Prototypen
Habitat
Wie sieht ein MARS!-Habitat aus? Ein Lebensraum, der extreme Wetterbedingungen aushält, ist nicht nur auf dem Mars überlebenswichtig. Angesichts zunehmender Klimaextreme auf der Erde – von Hitzewellen bis Überschwemmungen – sind resiliente Wohnformen auch hier gefragt. Der Prototyp zeigt innovative Ansätze für modulare, anpassungsfähige Architekturen, die sowohl auf dem roten Planeten als auch in klimagestressten Regionen der Erde funktionieren. Eure Idee fehlt in unserer Sammlung? Zeichnet und beschreibt euer ideales Mars-Habitat in der Ausstellung.
Mental Health
Einsamkeitskrise nicht nur auf fremden Planeten überwinden: Die psychischen Herausforderungen einer Mars-Mission – Isolation, räumliche Enge, fehlende natürliche Umgebung – spiegeln Probleme wider, die bereits heute viele Menschen auf der Erde betreffen. Der Prototyp entwickelte Strategien und Systeme zur mentalen Gesundheitsvorsorge, die sowohl für Astronaut:innen als auch für Menschen in urbanen Verdichtungsräumen oder isolierten Gemeinschaften relevant sind. Können uns Roboter und Maschinen bei der Bewältigung von Stress und Einsamkeitsgefühlen helfen? In der Ausstellung könnt ihr es ausprobieren.
Food
Wenn die Kuh nicht zum Mars fliegt, was essen wir dann? Auf einem Planeten ohne Atmosphäre, Wasser und fruchtbare Böden muss Nahrungsmittelproduktion völlig neu gedacht werden. Der Prototyp hat nachhaltige Ernährungssysteme erforscht, die mit minimalen Ressourcen auskommen – Ansätze, die angesichts von Klimawandel, Wasserknappheit und wachsender Weltbevölkerung auch auf der Erde dringend gebraucht werden. In einem Zukunftsbankett haben wir uns durch alternative Proteinquellen von Algen bis Insekten gekostet und uns darüber informiert, was der menschliche Organismus zum Überleben braucht.
Governance
Lohnt sich der Kapitalismus-Export auf den roten Planeten? Eine Siedlung auf dem Mars böte die Chance, soziale Ordnungen neu zu denken: Wie können wir Gemeinschaften organisieren, die auch unter Druck funktionieren? Welche Entscheidungsstrukturen brauchen wir für eine gerechte Gesellschaft? Der Prototyp entwickelte alternative Governance-Modelle, die demokratische Teilhabe und Ressourcengerechtigkeit in den Mittelpunkt stellen – Prinzipien, die auch für resiliente Gesellschaften auf der Erde fundamental sind.
Resource Management
Sauberes Wasser ist nicht überall auf der Erde eine Selbstverständlichkeit. Wie gehen wir mit Ressourcenknappheit um? Ein Recycling-System, das Ressourcen optimal nutzt, ist auf dem Mars keine Option, sondern Überlebensvoraussetzung. Der Prototyp zeigt geschlossene Kreislaufsysteme, in denen jeder Tropfen Wasser, jedes Material zählt. Diese Technologien und Praktiken sind Modelle für eine Kreislaufwirtschaft, die auch auf einer Erde mit schwindenden Ressourcen und wachsendem ökologischem Druck unverzichtbar wird.
Mitmachen erwünscht
Die Ausstellung ist keine abgeschlossene Präsentation hinter Glas, sondern eine offene Plattform. Ihr seid her(t)zlich eingeladen, die Prototypen zu testen, zu kommentieren und eigene Ideen beizusteuern. Denn MARS! ist ein Projekt für uns alle – und die Zukunft, die wir gemeinsam gestalten, beginnt hier und jetzt.
Projektteam
ZKM | Hertzlab: Bernd Lintermann, Caroline Mössner, Dan Wilcox, Dominik Kautz, Finn Milbrandt, Hans Gass, Jan Gerigk, Johannes Jensen, Laura Benetschik, Dr. Lea Luka Sikau, Orestis Rouskas, Silke Schmidt, Till Bechtloff, Tina Lorenz, Yasha Jain
Dan Wilcox (Projektidee & Projektleitung)
Tina Lorenz (Inhaltliche Gestaltung und Szenografie)
Mira Hirtz (Kuratorische Beratung)
Anne Däuper (Technische Projektleitung)
Technisches Team: Martin Mangold, Gregor Gaissmaier, Claudius Böhm, Raphael Dobler, Mirco Fraß
Grafische Gestaltung: studio +fronczek
Und die Mitglieder der Red Dust Society.
Förderer
Dieses Projekt wird vom Europäischen Klimafonds 2025/2026 der E.ON Foundation gefördert.