next_generation XI – Installationen

Mi, 17.06. – Sa, 20.06.2026

© ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, Foto: Chiara Bellamoli
Ort
Foyer
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien
Kosten
Eintritt frei

Als europaweit größtes Treffen der Hochschulstudios für elektronische Musik bietet next_generation Nachwuchskomponist:innen eine Plattform, ihre musikalischen Neuentwicklungen zu präsentieren.

An vier Tagen präsentiert next_generation ein spannendes und dichtes Programm mit neuesten Positionen aus den Bereichen „Fixed Media”, „Raummusik” und „Live-Elektronik. Neben Musik und Performances umfasst das Programm dabei auch Installationen und ein Symposium.

Installationen

  1. HfM Mainz

    Fatemeh Barzkar Homage to Khayyam: Where Is the Potter? Where the Buyer? Where the Seller?, (2026), Klanginstallation für handgefertigte Gefäße, Spielermodule, MP3-Player & Kopfhörer 

    Diese Installation erkundet den Tod als einen Prozess der Transformation innerhalb der Natur und ist inspiriert von den Gedichten des persischen Poeten und Gelehrten Omar Khayyam (1048–1131). In diesen Versen stellt sich Khayyam vor, dass Tongefäße aus den Körpern einstiger Könige und Liebenden geformt werden – eine Mahnung daran, dass alles vergänglich ist und letztlich zur Erde zurückkehrt. Fragmente dieser Gedichte werden auf Farsi, Deutsch und Englisch über Lautsprecher wiedergegeben, die im Inneren von Tonkrügen und Gefäßen verborgen sind. Die Besuchenden bewegen sich durch den Raum mit Kopfhörern, die ein weißes Rauschen ausstrahlen, das aus den Klängen von Erde und Natur aufgenommen wurde. Während sie zwischen den Gefäßen wandeln oder verweilen, versuchen sie, den Stimmen außerhalb der Kopfhörer zu lauschen, doch das weiße Rauschen maskiert und löst diese Klänge beständig auf. Hier sind die Kopfhörer keine Instrumente des aufmerksamen Zuhörens, sondern Werkzeuge der Obstruktion. Sie suggerieren, dass das gesamte Spektrum der Frequenzen den Klang in sich aufnimmt und absorbiert, so wie die Natur letztlich alle Körper in sich aufnimmt. Das Zuhören wird zu einem Akt des Ringens – ein Spiegelbild des zerbrechlichen Versuchs, Sinn innerhalb eines alles umschließenden Kontinuums zu erfassen. 

    Der Name der Installation entstammt einem Gedicht von Khayyam:

    Last night I wandered into the potter’s shed, 
    Where countless silent pots were lying, dead.
    Suddenly one vessel cried aloud in fear:
    “Where is the potter? Where the buyer? Where the seller?“

    در کارگه کوزه گری رفتم دوش
    دیدم دوهزار کوزه گویا و خموش
    ناگه یکی کوزه برآورد خروش
    کو کوزه گر و کوزه خر و کوزه فروش

  2. HKB Bern

    Léa Aimée Birrer (de)harmonized networks, (2025), Klanginstallation für 3 iPhones & Stereo-Audio, ca. 8‘30‘‘

    In der heutigen Welt
    Was wird gesellschaftlich als Disruption wahrgenommen?
    Welche Stimmen werden als Lärm abgetan, und welche werden als Harmonie innerhalb der Gesellschaft anerkannt?
    In dieser Arbeit erforsche ich ein neues Verständnis von globalem Widerstand und Verbundenheit jenseits nationaler Zugehörigkeit, indem ich sich langsam entwickelnde harmonische Schichten nutze, um eine klangliche Sprache des kollektiven Ausdrucks zu formen – eine (de)harmonisierte Klanglandschaft einer vernetzten Jugend.

    Inspiriert von einer Welle von Protesten und Aufständen der Generation Z, die im Herbst 2025 in Nepal begann und zu Unruhen in verschiedenen Ländern der Globalen Mehrheit führte (darunter Nepal, die Mongolei, Madagaskar, die Philippinen, Indonesien, Marokko, Kenia und Peru), begann ich, mit auf TikTok geteiltem Filmmaterial dieser Proteste zu arbeiten und kombinierte es mit synthetischen Klanglandschaften.


    Odilia Flurina Senn Humming as Form for Resistance, (2025), Klanginstallation für Skulpturen aus Wachs und Draht, ca. 17‘

    Die Arbeit ist inspiriert von Sumedha Bhanacharyya und ihren Überlegungen zu Fürsorge und Widerstand. Ausgehend davon untersuchte ich das Summen als Form kollektiver Stabilität und als verbindende Praxis. In Bienenstaaten und menschlichen Gemeinschaften wirkt geteilter Klang als Orientierung, Fürsorge und Widerstand. Das Summen der Bienen ist Ausdruck kollektiver Intelligenz, ein akustisches Geflecht aus Zusammenarbeit und Schutz. Auch menschliches Summen kann ein Raum des „Care“ sein – ein sanfter Widerstand gegen Vereinzelung und Verstummung. Bienenwachs steht in diesem Zusammenhang für ein gemeinschaftliches Gedächtnis, das Wärme speichert und Schutzräume formt. Durch das Zusammenführen von Bienen- und Menschenstimmen entsteht ein Resonanzfeld, das das Gemeinsame hörbar macht: das Sich-Halten, gegenseitige Tragen und Sich-Einbringen in leiser, kraftvoller Verbundenheit.

Begleitprogramm

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