Sehen sie uns?
Das Gesicht eines Avatars einer Künstlichen Intelligenz
Digiloglounge N°2
Fr, 09.12.2022 – So, 15.01.2023

Wir wissen wenig darüber, welche Informationen unsere digitalen Geräte über uns sammeln. Und wir wissen noch weniger darüber, was die Anbieter der digitalen Dienste mit diesen Daten machen. Die zweite Ausgabe der »Digiloglounge« erkundet unter dem Titel »Sehen sie uns?« wie digitale Geräte und Dienste sich ein Bild von uns und unserer Umgebung machen und welche Handlungsoptionen sich im Zusammenhang mit diesen Technologien eröffnen.

Wie können wir die Vorteile personalisierter digitaler Dienste nutzen und gleichzeitig unsere Privatheit schützen? Was müssen wir über die unterschiedlichen Formen der automatisierten Erfassung unseres Verhaltens – des „Trackings“ –  wissen, um fundierte Entscheidungen, über die Nutzung digitaler Geräte und Dienste treffen zu können? Da ein Großteil unserer Kommunikation und Arbeit ohne Smartphones und Computer nicht mehr möglich ist, gewinnen diese Fragen an Dringlichkeit.

Die »Digiloglounge« ist das Ausstellungsformat des interdisziplinären Forschungsprojektes »digilog@bw« (Gesellschaft im digitalen Wandel – Digitalisierung im Dialog), das wissenschaftliche und künstlerische Perspektiven verbindet.

Zwei Installationen, die am KIT | Institut für Wirtschaftsinformatik und Marketing (IISM) und dem KIT | Institut für Telematik (TM) entwickelt wurden, bieten den Besucher:innen die Möglichkeit, Eye-Tracking-Anwendungen zu testen und damit zur wissenschaftlichen Forschung beizutragen. Die in der Ausstellung gezeigten Kunstwerke thematisieren die Tatsache, dass die meisten digitalen Dienste, die unser Leben einfacher machen – vom Entsperren des Smartphones durch Gesichtserkennung bis zum Haushaltsroboter – darauf angewiesen sind, uns zu beobachten und ein Modell unseres Verhaltens und unserer Umgebung zu erstellen. Wie sehen uns diese Maschinen? Auf welchen Vorannahmen basieren die Modelle, die sie erstellen?

»TrustAI« (2020) von Bernd Lintermann und Florian Hertweck erlaubt den Besucher:innen, durch ein Gespräch mit einer KI eine persönliche Antwort auf die Frage zu finden, ob wir künstlicher Intelligenz vertrauen können. »HOMESCHOOL« (2019) von Simone C. Niquille / Technoflesh, ein Film über Haushaltsroboter wirft Fragen zu Kategorien und die kulturelle Voreingenommenheit auf, die in unsere digitalen häuslichen Umgebungen einfließen. Katja Trinkwalder und Pia-Marie Stute machen mit »Accessories for the Paranoid« (2019) einen Vorschlag, wie wir unsere digitalen Identitäten bei der Nutzung digitaler Geräte verschleiern könnten.

digilog@bw – Digitalisierung im Dialog

Die temporäre Ausstellung in der Digiloglounge ist eine Veranstaltung des Forschungsverbunds digilog@bw, der 2019 initiiert wurde. An dem interdisziplinären Projekt, das von sieben baden-württembergischen Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen getragen wird, wirken über 50 Wissenschaftler:innen aus den Geistes-, Sozial-, Rechts-, Wirtschafts-, Medien- und Kommunikationswissenschaften, der Ethik und der Informatik sowie der interdisziplinären Technikbewertung mit. Das ZKM lädt mit Gesprächsreihen, Vorträgen und Workshops ein, Einblick in diese Forschungsarbeit zu erhalten und mit den Wissenschaftler:innen in Austausch zu treten. 

Mit Beiträgen des KIT | Instituts für Wirtschaftsinformatik und Marketing (IISM) (KIT) (Peyman Toreini, Pascal Roller, Moritz Langner, Alexander Mädche), des KIT | Instituts für Telematik (TM) (Sebastian Friebe, Martina Zitterbart), Florian Hertweck, Bernd Lintermann, Simone C. Niquille /Technoflesh, Pia-Marie Stute und Katja Trinkwalder.

Impressum
Team

Kuratorische Mitarbeit: Jenny Starick, Laura Schmidt
Technische Projektleitung: Jan Gerigk

Organisation / Institution
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien
Kooperationspartner

Universität Mannheim
KIT | Karlsruher Institut für Technologie
IZEW |  Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften
gesis | Leibniz Institut für Sozialwissenschaften
IDS | Leibniz-Institut für Deutsche Sprache
IWM | Leibniz-Institut für Wissensmedien
ZEW | Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung

Drittmittel

Gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg aus Mitteln der Landesdigitalisierungsstrategie digital@bw.

Drittmittel

Kooperationspartner