Daniel Heiss, Marc Schütze: Agent Provokateur (2026)

THE SCREEN (15.–26. April 2026)

© ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, Foto: Saskia Hahn

In der experimentellen Installation Agent Provokateur von Daniel Heiss und Marc Schütze interagieren mehrere KI-Agenten: Die auf generativen Algorithmen basierenden Softwaresysteme verfügen über ein gewisses Maß an Entscheidungsautonomie und übernehmen kreative Aufgaben, die für die Konzeption und Umsetzung des Kunstwerks grundlegend sind. Sie holen Informationen ein, erzeugen Bilder und Klänge und treffen Regie- und Kompositionsentscheidungen. Die Interaktion der Agenten richtet sich dabei nicht auf ein vorab definiertes Ergebnis. Vielmehr entstehen im kontinuierlichen Austauschprozess immerzu neue Bild- und Klangwelten, sodass das Werk sich in einem permanenten Prozess der Veränderung und Neuformierung befindet.

Die Informationen, die sie für die Erstellung des Werkes benötigen, beziehen die Agenten sowohl aus der unerschöpflichen Datenmenge des Internets als auch aus ihrer unmittelbaren Umgebung: Kameras und Sensoren erfassen die anwesenden Personen und generieren Daten*, die in die laufenden Prozesse integriert werden können. Die Besuchenden sind somit in das Geschehen einbezogen. Ihre Daten werden Teil des künstlerischen Materials, von dem sich die Agenten gemäß ihrer getroffenen Entscheidungen bedienen können.

Neben der LED-Wand, auf der das sich fortwährend neu bildende Werk zu sehen ist, machen zusätzliche Bildschirme den kreativen Prozess der KI-Agenten sichtbar. Die einzelnen Vorschläge und Entscheidungen werden hier nachvollziehbar, gleichzeitig können die Besucher:innen selbst Vorschläge einbringen, die jedoch nicht automatisch übernommen werden. Ein Spannungsfeld eröffnet sich: Einerseits haben die Agenten die Freiheit, sich für oder gegen einen Vorschlag zu entscheiden, ihre Aktionen sind nicht vorhersehbar, andererseits basiert ihre Handlungsmacht auf dem Input des Menschen. Somit regt Agent Provokateur dazu an, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, ob hier eine neue Form von Autonomie entsteht oder ob autonome KI-Systeme nicht doch den Status eines künstlerischen Werkzeugs einnehmen – wenn auch eines sehr komplexen, äußerst leistungsfähigen Werkzeugs.

* Bild- und Tonaufnahmen, die in der Ausstellung von Besucher:innen entstehen, werden nicht gespeichert, archiviert oder an externe Dienstleister weitergegeben.

  • Gefördert von

Footer

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien

Lorenzstraße 19
76135 Karlsruhe

+49 (0) 721 - 8100 - 1200
info@zkm.de

Organization

Dialog