Éliane Radigue

Feminale der Musik

Hauptpreisträgerin Éliane Radigue bei der Komposition

Die Komponistin Éliane Radigue ist eine Wegbereiterin der elektronischen Musik. 2019 verleiht das ZKM ihr den Giga-Hertz-Preis für elektronische Musik für ihr Lebenswerk.

Sie wird am 24. Januar 1932 in Paris geboren, wo sie auch heute noch lebt und arbeitet. Von ihrer Kindheit in Paris wird Éliane Radigue die Erinnerung an eine geheime Einführung in die Musik durch eine verständnisvolle Klavierlehrerin bewahren. Dann kommen zum Klavier Harfe, Gesang und Komposition hinzu. Doch erst durch den Kontakt mit der Konkreten Musik bei Pierre Schaeffer und später bei Pierre Henry wird Éliane Radigue ihren wahren Weg finden.

In über 50 Jahren wird es drei verschiedene Perioden geben, die immer einen Bruch markieren, aber jeweils auf ihre eigene Weise für eine inspirierte Erkundung von Schwellen, von Räumen, die sich in Intervallen erweitern, und für einen Dialog zwischen Hörerfahrung und innerer Erfahrung, zwischen persönlicher Geschichte und sinnlicher Erinnerung stehen.

Die erste Periode (1968–1971) war die der Arbeit an den Feedbacks und Reinjektionen, eine Embryonalphase, die bereits eine extreme Genauigkeit und eine Arbeit an den Schwellen und bedrohten Gleichgewichten kennzeichnet.

Die zweite Periode, die sich über dreißig Jahre erstreckt (1971–2001), wird gekennzeichnet durch eine fruchtbare Produktion von elektronischen Kompositionen, die in unauflösbarer Weise ihre Musik mit den einzigartigen Beats ihres ARP 2500-Synthesizers verbinden. Diese Periode wird auch geprägt durch die Entwicklung von langen Formen mit subtilen Variationen, die zwischen der von der Musik getragenen Geschichte und der für ihre Entfaltung notwendigen Zeit entschwinden und wieder erklingen.

Die dritte und bis heute andauernde Periode ist die ihrer hauptsächlich akustischen Werke, welche in enger Zusammenarbeit mit gleichgesinnten MusikerInnen aus aller Welt produziert werden, die einer bis dahin allein geschaffenen Musik eine zusätzliche Beziehungsdimension geben.

Éliane Radigue hat im Laufe ihres Lebens ein forschendes, anspruchsvolles und inspirierendes Werk hervorgebracht, das heute eine ganz neue Generation von MusikerInnen beeinflusst.

Musikstücke

Éliane Radigue »OCCAM RIVER XXII« (2018), für Bassklarinette und Altsaxofon
Aufnahme der deutschen Erstaufführung am 24.11.2019 am ZKM | Karlsruhe

Éliane Radigue, Carol Robinson »OCCAM XXII« (2018), für Gesang
Aufnahme der deutschen Erstaufführung am 24.11.2019 am ZKM | Karlsruhe

Éliane Radigue »OCCAM DELTA XIX« (2019), für Baryton, Birbynė und Altsaxofon
Aufnahme der Uraufführung am 24.11.2019 am ZKM | Karlsruhe

Baryton, Gesang: Yannick Guédon
Birbynė, Bassklarinette: Carol Robinson
Altsaxofon: Bertrand Gauguet

Vortrag

Francois Bonnet über die Arbeit und Kreativität von Éliane Radigue am 24.11.2019 am ZKM | Karlsruhe 

Interview

Éliane Radigue im Interview mit Ludger Brümmer im Rahmen des Giga-Hertz-Preis 2019

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Mo, 06.04.2020 – Fr, 01.05.2020

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