Jiyun Park

Feminale der Musik

Portait der Künstlerin Jiyun Park während einer Performance

Durch das Experimentieren mit verschiedenen Arten von Materialien erforscht Jiyun Park sensorische und synästhetische Zustände, auf der Suche nach verborgenen und inhärenten Klängen, Raumklang und Performances.

Jiyun Park ist eine Klangkünstlerin und Komponistin mit Sitz in Köln. Sie wurde am 8. August 1990 in Südkorea geboren. Nach ihrer akademischen Ausbildung in Multimediadesign an der Hanyang Universität in Südkorea vertiefte sie ihre Auseinandersetzung mit Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien Köln. Dort entwickelte sie einen Umgang mit Klang, der von Elektronik, Stimme sowie selbstgebauten Instrumenten und Synthesizern geprägt ist.

Ihre stark performativen Werke kennzeichnen sich durch Grenzgänge im Bezug auf Raum und Zeit. Dazu initiiert sie auch Kooperations-Performances, die oft mittels Daten oder über eine Mensch-Klang-Interaktion kommunizieren.

Jiyun Park ist in der experimentellen Musikszene der Stadt Köln aktiv und ist dort regelmäßig in Konzerten und mit Performances präsent. Darüber hinaus spielte sie auf internationalen Festivals wie der NIME-Konferenz, der Murmurans Mundus-Konferenz in der tschechischen Stadt Ústí nad Labem, sowie in experimentellen Räumen wie Rotterdams berüchtigter Kreativitätsschmiede WORM oder dem österreichischen Projektraum Tresor in Linz. Schon einmal trat sie im ZKM auf, als Teilnehmerin an der alle zwei Jahre stattfindenden Hochschulkonferenz »next_generation«, die vom ZKM | Hertz-Labor organisiert wird.

Jiyun Park ist die letzte und zugleich jüngste Komponistin, die im Rahmen der FEMINALE DER MUSIK präsentiert wird, dem digitalen Festival das Komponistinnen vom 17. Jahrhundert bis heute ehrt. Wir blicken mit Spannung auf die weitere Entwicklung ihrer Karriere.

Musikstücke

Self built Instrument, Sound Performance (2017) 15’57’’

A Copper Schnitzel, Sound Performance (2017) Ausschnitt

Invisible Indicator (2019) 4-Kanal Audio Performance, 30’

Dieses Stück setzt sich aus Feldaufnahmen und elektronischen Effekten zusammen, um einen Raum und eine persönliche Erfahrung mitten in der massiven Natur zu gestalten. Insbesondere ist es aus Aufnahmen aus Island entstanden. Das Stück hat eine eigene Erzählung und führt den Zuhörer in Räume, die eine Virtualität oder Wirklichkeit / Innen- oder Außenklang sein können. Es handelt sich um eine Erfahrung der Künstlerin, als sie einer perfekten Isolation, einer rauen Umgebung und dem Tod durch die Natur gegenüberstand. 

AutorIn: Jiyun Park

Indifference (2019), Audio, 30’

Dieses Stück experimentiert mit der Idee der (stimmlichen) Übertragung. Die Künstlerin zeichnet sich selbst beim Hören einer Auswahl von gesprochenen Sprachen auf, während sie diese gleichzeitig imitiert. Durch die augenblickliche Wiedergabe der gehörten Silben, ihrer besonderen Intonation und Aussprache löst sich die Verbindung zwischen klanglichem und verbalem Ausdruck und nimmt schließlich ganz ab. Um sich auf den Klang und die Tonalität der Sprache zu konzentrieren und um sich von der Bedeutung zu distanzieren, wurden Fremdsprachen gewählt, die der Künstlerin unbekannt sind. Das Werk erscheint als Buch und CD – EQUIVOCATION, die experimentelle Notationen von verschiedenen Künstlern enthält.

AutorIn: Jiyun Park

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Mo, 06.04.2020 – Fr, 01.05.2020

Das ZKM ehrt Komponistinnen mit einem vierwöchigen digitalen Festival