Konrad Balder Schäuffelen
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Konrad Balder Schäuffelen (1929, Ulm – 2012, München) studierte Medizin und Philosophie in Tübingen, München, Paris und Frankfurt am Main, wo er promovierte. Neben seiner Arbeit als Psychotherapeut und Psychoanalytiker wirkte er als Übersetzer in München. Vor allem aber profilierte er sich als Schriftsteller und Künstler und wurde in den 1950er-Jahren zu einem Pionier der experimentellen konkreten und visuellen Poesie. Anfang der 1960er-Jahre wandte er sich Sprach- und Buchobjekten sowie Installationen zu.
Schäuffelen schuf visuelle Texte, Schriftskulpturen, sprechende Bücher, erweiterte Textplastiken, audiovisuelle Sprachcollagen und grafisch skulpturale Wortspiele. Mit diesen intermedialen und intertextuellen Verflechtungen von Objekt und Zeichen, Bild und Sprache lotete er deren Grenzen und Spannungsfelder aus. Inspiriert von Dada, dem Surrealismus und Lettrismus begriff er Sprache und Zeichen als Material: Er zerlegte Wörter, Sätze und Bücher bekannter Autor:innen oder Philosoph:innen, Sprichworte, Zitate aus Zeitungen und Alltagsdialoge. Durch Rekombination entdeckte er neue Sinnzusammenhänge, die Ironie und Witz versprühten. Zugleich legte er kulturhistorische Schichten frei und sezierte antike Mythen sowie Insignien religiöser und politischer Macht. In seinen Installationen setzte er sich aber auch mit neuen Medientechniken wie dem Kameraauge auseinander.
Mit seinen Werken war Schäuffelen unter anderem 1977 bei der documenta 6 und 1986 bei der 42. Biennale di Venezia vertreten. 2017 widmete ihm das ZKM | Karlsruhe im Rahmen der Reihe »Poetische Expansionen« die Ausstellung »sprache ist fuer wahr ein koerper«.
Seit 2013 befindet sich der Werknachlass von Konrad Balder Schäuffelen dank einer Schenkung seines Sohnes Jakob Schäuffelen in der ZKM | Sammlung. Im Archiv des ZKM finden sich biografische Unterlagen, Typoskripte, Skizzen, Entwürfe, Postkarten, Plakate, Tonbänder sowie Duplikate zahlreicher Arbeiten auf Papier. Seine Bücher sind über das Archiv und in der ZKM | Bibliothek zugänglich.
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