Laurie Anderson

Feminale der Musik

Das Bild zeigt ein Portrait der Giga-Hertz Preisträgerin Laurie Anderson

Laurie Anderson ist eine der renommiertesten – und gewagtesten – kreativen PionierInnen Amerikas. Sie ist vor allem für ihre multimedialen Präsentationen und den innovativen Einsatz von Technologien bekannt. Als Autorin, Regisseurin, bildende Künstlerin und Sängerin hat sie bahnbrechende Werke geschaffen, die die Welt der Kunst, des Theaters und der experimentellen Musik umfassen.

Laurie Anderson ist am 5. Juni 1947 in Glyn, Ilinois, Vereinigte Staaten geboren. Sie lebt und arbeitet seit vielen Jahren in New York City. Ihre 1981 von »O Superman« gestartete Plattenkarriere umfasst den Soundtrack zu ihrem Spielfilm »Home of the Brave« und »Life on a String« (2001). Andersons Live-Shows reichen von einfachem Sprechen bis hin zu aufwändigen multimedialen Bühnenauftritten wie »Songs and Stories for Moby Dick« (1999). Anderson hat sieben Bücher veröffentlicht und ihre visuelle Arbeit wurde in großen Museen auf der ganzen Welt präsentiert. 

2002 wurde Anderson zur ersten Artist-in-Residence der NASA ernannt die 2004 mit ihrer Tournee »The End of the Moon« ihren Höhepunkt fand. Zu den jüngsten Projekten gehören eine Reihe von audiovisuellen Installationen und ein hochauflösender Film, »Hidden Inside Mountains«, der für die Weltausstellung 2005 in Aichi, Japan, entstand. Im Jahr 2007 erhielt sie den renommierten Dorothy and Lillian Gish Prize für ihren herausragenden Beitrag zur Kunst. Im Jahr 2008 absolvierte sie eine zweijährige weltweite Tournee ihres Performance-Stückes Homeland, das im Juni 2010 als Album auf Nonesuch Records veröffentlicht wurde. Andersons Solo-Performance Delusion debütierte im Februar 2010 bei der Vancouver Cultural Olympiad und wird auch 2011 international touren. Im Jahr 2010 eröffnete eine Retrospektive ihrer Bild- und Installationsarbeit in Sao Paulo und reiste später nach Rio de Janeiro.  

Im Jahr 2011 eröffnete sie ihre Ausstellung mit allen neuen Arbeiten unter dem Titel »Forty-Nine Days In the Bardo« im Fabric Workshop and Museum in Philadelphia. Im selben Jahr wurde sie mit dem Honorary Legends Award des Pratt Institute ausgezeichnet. Sie hat kürzlich Aufenthalte bei CAP in der UCLA in Los Angeles und EMPAC in Troy, New York absolviert. Ihr Film »Heart of a Dog« wurde als offizielle Auswahl für die Filmfestspiele von Venedig und Toronto 2015 ausgewählt. Im selben Jahr eröffnete ihre Ausstellung «Habeas Corpus« in der Park Avenue Armory mit großem Erfolg und 2016 erhielt sie für dieses Projekt den Courage Award for the Arts von Yoko Ono. Laurie Anderson war 2017 die Hauptpreisträgerin des Giga-Hertz Preises des ZKM |  Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe. 

Laurie Anderson erhält den Vanguard Award 2020, der mit einem Geldpreis in Höhe von 50.000 US-Dollar dotiert ist sowie mit einer Residenz einhergeht. Es war geplant, dass Anderson von März bis Dezember 2020 eine Residency in Joe's Pub des Public Theaters ausrichtet. Alex Knowlton, der Direktor von Joe's Pub, sagte in einem Interview, dass Joe's Pub mit der Vanguard-Residenz »einen Künstler ehren und anerkennen möchte, der im Laufe seiner langen Karriere bedeutende Beiträge, insbesondere zum amerikanischen Kanon der darstellenden Künste, geleistet hat« und der sich »darauf konzentriert hat, die Arbeit anderer zu fördern«. (New York Times, 10.10.2019)

Musikstücke 

O Superman [Official Music Video], veröffentlicht durch Nonesuch Records. »O Superman«, aus Laurie Andersons Debütalbum Big Science von 1982. Hören Sie sich die 2007 neu gemasterte Ausgabe zum 25-jährigen Jubiläum des Albums an:

Home of the Brave (1986) 90’, Konzertfilm (Vertrieb Cinecom Pictures, 1986) veröffentlicht durch Clemens Lucca

Home of the Brave ist ein amerikanischer Konzertfilm aus dem Jahr 1986, in dem Laurie Anderson Regie führt und die Musik spielt. Gleichzeitig mit dem Film wurde ein Soundtrack-Album veröffentlicht, das Studioversionen einiger Songs aus dem Film und Live-Versionen von anderen enthält. Anderson bezeichnet Home of the Brave als High-Tech Oper, jedoch sind keine klassischen Opernelemente hierbei zu finden.

In ihrem ersten Konzertfilm ist der Ton ein integraler Bestandteil, der als Musik oder Sprache zwischen dem Körper der Tänzerinnen und Tänzer vermittelt sowie zwischen Computergrafiken, Videoclips und Fotos, die auf eine große Leinwand projiziert werden. Bei ihrer vielfältigen Verwendung von Performance-Gattungen fungiert der Ton als Kommunikator zwischen den anderen Medienbestandteilen, aus denen die einzelnen Performances bestehen. Die einzelnen Stücke sind nur marginal miteinander verbunden, mit Ausnahme der Stücke, die um Burroughs »Language of the Virus« kreisen. Dennoch gibt Anderson der Performance einen gewissen Rahmen, indem sie auf den Beginn ihrer Performance zurückverweist, die sie mit einer Kritik des binären Systems 0 und 1 als Bausteine des modernen Computerzeitalters beginnt.

Sharkey’s Day (1984), Avantgarde-Pop, veröffentlicht durch und produziert von Laurie Anderson zusammen mit Bill Lawell aus »Talk Normal: The Laurie Anderson Anthology«: Adrian Belew (Gitarre), Anton Fier (Schlagzeug), Bill Laswell (Bass), Brenda Nelson, Dolette McDonald und Michelle Cobbs (Background Vocals), Laurie Anderson (Violine und Gesang) sowie Leanne Ungar (Technik), 1981 Warner Records Inc.

Beautiful Pea, Green Boat, veröffentlicht durch Laurie Anderson (Keyboards, Percussion, Vocals) produziert zusammen mit Brian Eno: Adrian Belew und Gerry Leonard (Gitarre), Guy Klucevsek (Akkordeon), Cyra Baptista (Percussion), Douglas Browne (Schlagzeug), Phil Ballou (Background Vocals), Edwin Lear und Laurie Anderson (Lyrik) sowie Mitwirkung von Brian Eno und Kevin Killen, aus »Bright Red«, 1994 Warner Records Inc.

Laurie Anderson Interview: We are In Constant Panic Mode, veröffentlicht durch Louisiana Channel. In diesem kurzen Video spricht die kultige Multimediakünstlerin Laurie Anderson ihre Meinung über unsere heutige veränderliche Welt und darüber, warum wir aufhören sollten, in Panik zu geraten und so territorial zu sein: »Man kann seine Türen nicht mehr schließen, alle hämmern auf sie ein, und man sollte sich besser überlegen, was zu tun ist – und das Positive daran sehen.« 

Disklaimer

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Mo, 06.04.2020 – Fr, 01.05.2020

Das ZKM ehrt Komponistinnen mit einem vierwöchigen digitalen Festival