Lutz Dammbeck
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Lutz Dammbeck (*1948, Leipzig) ist ein deutscher Grafiker, bildender Künstler und Filmemacher. In seinen Filmen, Mediencollagen und Installationen untersucht er das Verhältnis von Kunst, Medien, Macht und Wissenschaft und nimmt dabei stets eine dezidiert systemkritische Perspektive ein.
Nach einer Ausbildung zum Schriftsetzer begann er 1966 ein Studium der Buchgestaltung an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. In den frühen 1970er-Jahren drehte Dammbeck Animations- und später Experimentalfilme, sowohl bei der DEFA, der größten Filmgesellschaft der DDR, als auch in eigener Produktion.
Angeregt durch das Expanded Cinema wandte er sich Ende der 1970er-Jahre multimedialen und intermedialen Experimenten zu. Anfang der 1980er-Jahre entwickelte er das »Herakles«-Konzept, eine permanent fortgeschriebene Mediencollage. Die dabei entstandenen »Live-Filme im Raum« verbanden Film- und Diaprojektionen, Zeichnungen, Archivalien, Literatur, Installationen, Malaktionen, Tanz sowie Musik und sprengten damit alle Gattungs- und Mediengrenzen.
1986 verlies Lutz Dammbeck die DDR und siedelte nach Hamburg über, wo er 1990 eine eigene Filmproduktionsfirma gründete. Von 1992 bis 1993 war er Gastprofessor an der Fachhochschule für Gestaltung Hamburg, von 1998 bis 2015 Professor an der Hochschule für Bildende Künste Dresden.
Seit den 2000er-Jahren erforscht Dammbeck mit Filmen wie »Das Netz – Adorno, LSD und Internet« (2004) oder Installationen wie »SEEK II« (2023) die Ursprünge der Digitalisierung und des Internets. Dabei zeichnet er die Netzwerke jener Akteur:innen nach, die mit ihren Forschungen zu Mathematik, Logik, Systemtheorie, Kybernetik und Chaostheorie, staatlichen bzw. militärischen Interessen sowie ihren Art & Technology-Projekten das digitale Zeitalter mitbegründet haben. In Filmen wie »Overgames« (2015) hat Dammbeck die Zusammenhänge zwischen Medien, Macht, Ideologie und Spiel aufgedeckt.
Das Archiv von Lutz Dammbeck, das sich seit 2017 im ZKM befindet, umfasst ca. 750 Digitalisate fast aller seiner Filme und audiovisuelle Dokumente. Etwa 340 analoge Videobänder wurden im Labor für antiquierte Videosysteme digitalisiert.
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