Christoph Keller

Geburtsjahr, Ort
1967, Freiburg, Deutschland
lebt und arbeitet in
Berlin, Deutschland
Rolle am ZKM
Künstler/in der Sammlung
Biografie

Christoph Keller arbeitet mit unterschiedlichen Medien in verschiedenen Zusammenhängen. Dennoch ist sein primäres Bezugssystem die Kunst; 1993 entwickelte Christoph Keller eine Spiegelkonstruktion, die Sonnenlicht in verschattete Hinterhöfe projiziert. Der Sonnenspiegel, der Ähnlichkeit mit einer Satellitenschüssel hat, richtet sich nach dem Lauf der Sonne aus und projiziert ihre Strahlen auf einen immer gleichen Punkt. 1995 meldete Christoph Keller für seine Konstruktion ein Patent an. Auf diese Weise gab er seinem Projekt eine juristische Realität und machte somit deutlich, daß er sich nicht auf den Topos der Künstler-Utopie beschränken will. In mehreren Arbeiten beschäftigt sich Christoph Keller mit Archiven. In seiner Arbeit medfilm - eine filmische Geschichte der Charité 1900-1990 untersuchte er medizinische Lehrfilme, die im Verlauf des Jahrhunderts an der Charité entstanden sind. Im ars viva-Katalog zeigt er die zum Teil daran anknüpfende Arbeit »Lost/Unfound: Archives as Objects as Monuments«. In einer Art assoziativem Lexikon thematisiert er geistesgeschichtliche und ideologische Implikationen des Umgangs mit dem dokumentarischen Bild. Sein Alphabet umfaßt Begriffe von Animation über Genom bis Zoo und Zufall. Das lexikalische Verprechen der Begriffsklärung wird bewußt nicht eingelöst. Die Begriffe bilden Überschriften für die assoziative Zusammenstellung unterschiedlichster Quellen. Stills aus Dokumentarfilmen werden kombiniert mit Bildern von Archiv-Architekturen, geschichtsphilosophische Zitate mit Interview-Fragmenten. Der aufsteigend alphabetischen Reihenfolge wird eine absteigend chronologische Ordnung der Filmdokumente entgegengesetzt. In diesem strengen formalen Raster formiert sich das Material zu einem einzigen Denkraum.

1987-1992 Studium der Mathematik, Physik und Hydrologie in Freiburg, Berlin und Santiago de Chile
1992 Mitglied der interdisziplinären Kunst- und Videogruppe »Botschaft e.V.«; Postgraduiertenstudium an der Kunsthochschule für Medien, Köln
1995 Stipendium für Fotografie, Berlin
  Postgraduierten-Studium für Film und Fernsehen an der Kunsthochschule für Medien Köln
1999 Senatsstipendium für Bildende Kunst, Berlin
2000 Kunstpreis Ars-Viva des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft
2001 Kunstfonds Arbeitsstipendium Bildende Kunst
2002 PS1-Stipendium New York City
   
Ausstellungen (Auswahl)
1994 Museum für Zukunft, Küstlerhaus Bethanien, Berlin
  »Die dritte Generation«, allgirls-gallery, Berlin
  »Museum für Zukunft: Wir stellen um auf EDV«, Medienbiennale Leipzig
  »Patentamt Panorama«, WAPO-Projekt, Ars Electronica, Linz
1995 »Helioflex«, dirty windows gallery, Berlin
  »Radio 70/90, bei dagegen/dabei«, Kunstverein Hamburg
  »Tropic of Cancer«, Kunsthalle New York
1996 »Phototrop«, Milchhof, Berlin
  »Was nun?«, Schipper und Krome, Berlin
1997 »Blue Screen«, Schipper und Krome, Berlin
  »tunnel and lightbox«, Schipper und Krome, Berlin
1998 Berlin Biennale, Berlin
  »medfilm - Ein Archiv der medizinischen Filme der Charite«, Nützliche Bilder, Oberhausen
  »Children of Berlin«, PS 1, New York
1999 »Konstruktionszeichnungen«, Kunstwerke, Berlin
  »Berlin-Berlin«, Nowosibirsk
2000 »Encyclopaedia Cinematografica«, Kunstbank, Berlin
  »Produktivität und Existenz«, Kunstamt Kreuzberg, Berlin
2000/2001 »ars viva - Kunst und Wissenschaft« [Staatliche Galerie Moritzburg, Halle; Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen; ZKM⎥Karlsruhe]
2001 »Encyclopaedia Cinematografica« KW, Berlin; »Loop, PS1-Center for Contemporary Art, New York
2002 »Paradise« Herzlyia Museum of Art, Tel Aviv
2003 »Science and Fiction« ZKM, Karlsruhe
2004 »Berlinskaja Lazur« Moscow House of Photography, Moskau, Russland
  »Cloudbuster-Project« Museum der Moderne Salzburg
2005 »24h-Incidental« Swiss Institute / Performa 05, New York
   
[2005]