Peter Vogel
Römischer Turm
1989
- Künstler:in / Künstlergruppe
- Peter Vogel
- Titel
- Römischer Turm
- Jahr
- 1989
- Kategorie
- Skulptur
- Audio
- Material / Technik
- elektronische Steuerung, Lichtsensoren, Lautsprecher
- Maße / Dauer
- 161 x 31 x 32 cm
- Sammlung
- ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe
- Beschreibung
- Der »Römische Turm« ist eine interaktive Klangskulptur, die erst durch die Anwesenheit der Besucherinnen und Besucher aktiviert wird. Wer sich der Arbeit nähert, tritt in einen Dialog mit ihr ein. Lichtsensoren registrieren Schattenwürfe und übersetzen diese Impulse in Klangereignisse. Sie ertönen über fünf runde Lautsprecher an der Spitze der Skulptur – wie Zinnen eines Turms – in den Raum. Jede Veränderung der eigenen Bewegung verändert auch die akustische Antwort. Dieses Prinzip von Reiz und Reaktion gehört zum Kern von Peter Vogels künstlerischem Denken. Der studierte Physiker beschäftigte sich intensiv mit Kybernetik, also mit Steuerungs- und Rückkopplungsprozessen. Seine Skulpturen verarbeiten Informationen: Sie nehmen Signale aus der Umgebung auf und antworten darauf. Das Verhalten wirkt zugleich regelhaft und überraschend. Die elektronischen Strukturen sind präzise festgelegt, doch das hörbare Ergebnis bleibt offen und entsteht im Moment. Der »Römische Turm« ist damit mehr als ein „Instrument“. Vogel verstand seine Arbeiten als „ironische Allegorien auf Beziehungsstrukturen“ – zwischen Menschen, zwischen Mensch und Maschine, zwischen Technik und Gesellschaft. Die Skulptur reagiert nicht bloß, sie scheint sich anzupassen, manchmal auch zu entziehen. So wird Interaktion als wechselseitiger Prozess erfahrbar, nicht als einfache Kontrolle. Technisches oder musikalisches Vorwissen ist nicht nötig. Das Werk lädt zum spielerischen Erkunden ein: durch Annäherung, Innehalten, Wiederholung. Im Experimentieren entstehen immer neue Klangkonstellationen.