ZKM-Klangdom
Hightech-Instrument zur Klangverräumlichung
Sa, 10.11.2007, 20:00 Uhr CET
Vierzig Lautsprecher hängen an einem elipsenförmigen Rigsystem dreidimensional im Klangdom des ZKM | Institut für Musik und Akustik, weitere sind am Boden aufgestellt. Lichtquellen an den Lautsprechern ermöglichen es, Musik auch in Farben zu transformieren, bzw. mit Farben zu komponieren. Mit diesem einzigartigen Lautsprecher- und Lichtinstrument können komplexe Raum-Klang-Bewegungen realistisch dargestellt werden. Das macht genau jene Plastizität des Klangs im Raum mit einer eigens dafür entwickelten Steuerungssoftware (be)greifbar, von der die musikalische Avantgarde seit Anfang des letzten Jahrhunderts träumt. Neben der polyphonen Raumbewegung kann auch die Akustik von Räumen, etwa die der Kirche Notre Dame, simuliert werden. Technisch innovativ ist die Verbindung von Klangsynthese und Verräumlichung. Die Raumakustik selbst wird modellierbar. »Der Klangdom ist ein vom Komponisten bedienbares Instrument, das Spezialisten zwischen dem als Interpret agierenden Komponisten und der klanglichen Konkretion im Raum überflüssig macht. Im Klangdom können vierzig Melodien auf einen Punkt gebündelt oder im Raum verteilt werden. Durch die direkte Anbindung an Klangsynthesesoftware lassen sich spektrale Gestalten direkt in den Raum zu setzen.« (Ludger Brümmer) Die von Shandrasekhar Ramakrishnan im Rahmen des Förderprogramms »Zukunftsoffensive Baden-Württemberg« am ZKM | Institut für Musik und Akustik entwickelte Software Zirkonium ist ab November 2007 im Internet als kostenfreier Download verfügbar. Zikronium entstand gleichzeitig mit Entwicklung und Bau des ZKM_Klangdoms. Mit Zirkonium können Raum-Klang-Bewegungen realistisch dargestellt und gesteuert werden; Zirkonium ist mit der gängigen Musik- und Kompostionssoftware ohne umständliche Adapterprobleme kompatibel. Durch Zirkonium ist es möglich geworden, die ZKM_Klangdom-Technologie auf variable Lautsprecherumgebungen zu übertragen und auch in Projekten außerhalb des ZKM einzusetzen.


Im Rahmen der ARD Hörspieltage können die Besucher am Samstag, 10. November 2007, ab 20.00 Uhr mit Werken von Ludger Brümmer, Gilles Gobeil, Kumiko Omura, Sabine Schäfer und Alexander Schubert eigenen Eindruck von der Wirkung dieser akustischen Installation erleben.

 

Begleitprogramm