Jeffrey Shaw

The Net.Art Browser

1999

Künstler:in / Künstlergruppe
Jeffrey Shaw
Titel
The Net.Art Browser
Jahr
1999
Kategorie
Computerbasiert
Installation
Beschreibung
Ein Videomonitor gleitet auf Schienen entlang einer Museumswand. An verschiedenen Positionen hält er an – dort, wo Namen und URLs von Netzkünstlern markiert sind. Per Tastendruck wählen Besucher eine Position an, der Monitor fährt dorthin, und die entsprechende Website erscheint auf dem Bildschirm. Was sonst privat am heimischen Rechner geschieht, wird hier zur öffentlichen Aufführung: Das Surfen im Netz findet im Ausstellungsraum statt, Websites hängen an der Wand wie Gemälde. Jeffrey Shaw entwickelte die Installation für die ZKM-Ausstellung »net_condition« (1999). Der Kurator Benjamin Weil wählte die gezeigten Websites aus – Arbeiten von Netzkünstlern, die sich mit dem damals noch jungen Medium Internet auseinandersetzten. Besucher steuern den Monitor mit einer kabellosen Tastatur, bewegen ihn von Position zu Position und erkunden die einzelnen Arbeiten auf die vom jeweiligen Künstler vorgegebene Weise. Die Installation wirft grundlegende Fragen nach dem Ort von Kunst auf: Wo befindet sich ein Werk, das nur im Netz existiert? Wie lässt es sich ausstellen? Shaw beantwortet dies, indem er den flüchtigen Daten einen physischen Ankerpunkt gibt – eine konkrete Position im Raum, zu der sich der Monitor bewegt. Das zugrunde liegende Konzept – Shaw nennt es „linearer Navigator" – wurde seither in verschiedenen Kontexten weiterentwickelt: im ZKM Anniversary Browser, im CityU Creative Media Centre Navigator und im Pacifying The South China Sea Scroll Navigator des Hong Kong Maritime Museum. Auch Chris Ziegler nutzte das Prinzip für sein interaktives Werk 66movingimages (2002).

Autor:in

MR

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