Jeffrey Shaw, Agnes Hegedüs, Bernd Lintermann, Leslie Stuck

ConFiguring the CAVE

1996

Künstler:in / Künstlergruppe
Jeffrey Shaw, Agnes Hegedüs, Bernd Lintermann, Leslie Stuck
Titel
ConFiguring the CAVE
Jahr
1996
Kategorie
Computerbasiert
Installation
Material / Technik
interaktive Installation; Computer, Projektoren, Screens, Holzfigur
Maße / Dauer
Installationsmaß variabel
Sammlung
ZKM | Sammlung
Beschreibung
In der Mitte eines vierseitig umschlossenen Projektionsraums – eines sogenannten CAVE – steht eine hölzerne Gliederpuppe. Besucher können diese Puppe bewegen: Arme, Beine, Kopf. Jede Bewegung verändert die projizierten Bilder und Klänge, die den Raum von allen Seiten umgeben. Die Puppe wird zur Schnittstelle zwischen Körper und virtuellem Raum – ein Interface, das nicht auf Tasten oder Bildschirme setzt, sondern auf die Geste. Sieben verschiedene audiovisuelle Welten lassen sich erkunden. Um von einer zur nächsten zu gelangen, führt man die Hände der Puppe vor ihre Augen und nimmt sie wieder weg. In jeder Welt reagieren Bild und Musik unterschiedlich auf die Bewegungen der Puppe. Das Werk kreist um das Verhältnis von Körper und Raum, von Mikrokosmos und Makrokosmos – eine alte philosophische Idee, hier in eine technologisch vermittelte Form übersetzt. Die sieben Welten: Material – Geometrische Formen bewegen sich in organischer Symmetrie durch den Raum. Auf ihren Oberflächen erscheinen Fischaugen-Fotografien: ein Teehaus, das Foyer der Tokyo Opera City, die Unterkünfte Obdachloser im Bahnhof Shinjuku. Die Bewegungen der Puppe holen diese Formen näher heran. Language – Schichten aus Texten, Buchstaben und Hieroglyphen bilden eine Matrix der Sprachen. Am Boden ein chinesischer Reibstein mit eingravierten Schriftzeichen, im Hintergrund eine hebräische Sternenkarte. Dreht man die Puppe auf den Kopf, entsteht ein Wirbel aus Zeichen. Macrocosm – Die fünf platonischen Körper schweben durch den Raum, ihre Symmetrie verformt sich durch die Bewegungen der Puppe. Drei konzentrische Sphären rotieren im Hintergrund: eine surrealistische Weltkarte, ein Satellitenbild der Erde mit Kontinenten aus Wolken, eine astrologische Himmelskarte. Association – Gezeichnete Hände spiralen durch den Raum und wandeln ihre Gesten. Im Hintergrund ein Panoramafoto: Menschen an einem Tisch in einer Bar. Führt man die Hände der Puppe zusammen, entsteht an der Rückwand ein virtuelles Schattenspiel. Union – Zwei Bildebenen überlagern sich: eine Satellitenaufnahme der Region Hiroshima und eine Daguerreotypie zweier nackter Frauen. Kippt man die Puppe, verschmelzen die Figuren mit der Topografie der Erde oder werden zum Firmament. Person – In einem feurigen Raum steht ein Spiegelbild der Puppe, das jede Bewegung nachvollzieht und Schatten wirft. Sieben Objekte tanzen in den Flammen: ein Kerzenleuchter, ein Kompass, eine Kamera, ein Gyroskop, ein Kinderwagen, ein blauer Schwamm, ein Würfel mit Menschendarstellungen. Emergence – Algorithmisch erzeugte monochrome Formen spiralen durch den Raum, angeregt von frühen abstrakten Animationsfilmen. Kippt man die Puppe in die Horizontale, verdichten sich alle Elemente zu einer Struktur, die an ein kinetisches, dreidimensionales abstraktes Gemälde erinnert. Das Werk entstand unter der Leitung von Jeffrey Shaw gemeinsam mit Agnes Hegedüs und Bernd Lintermann, der die Software entwickelte. Die Musik stammt von Leslie Stuck.

Autor:in

MR

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