Jeffrey Shaw

The Virtual Museum

1991

© Jeffrey Shaw ; Foto © ZKM | Zentrum für Kunst und Medien, Foto: Sónia Alves
Künstler:in / Künstlergruppe
Jeffrey Shaw
Titel
The Virtual Museum
Jahr
1991
Kategorie
Computerbasiert
Installation
Material / Technik
Interface: elektrisch drehbare Plattform; Interface: Bewegungssensoren im Sessel, spezialangefertigte Elektronik; Computer (PC, Betriebssystem: Linux, Individualsoftware); Rückprojektionsmonitor
Maße / Dauer
170 x 250 x 250 cm
Beschreibung
Ein drehbarer Stuhl auf einer motorisierten Plattform, ein großer Bildschirm, ein Computer – aus diesen Elementen entsteht ein Raum im Raum: ein computergeneriertes Museum, das sich über den realen Ausstellungsraum legt. In Jeffrey Shaws Installation steuern Besucher ihre Reise durch diese virtuelle Architektur allein durch die Bewegungen ihres Körpers: Wer sich nach vorne lehnt, gleitet vorwärts. Wer den Stuhl dreht, setzt die gesamte Plattform in Rotation – und mit ihr den projizierten Bildraum. Der Stuhl wird so zur Schnittstelle zwischen Körper und Computer. Statt Maus oder Tastatur übersetzt hier die physische Geste unmittelbar in digitale Navigation. Shaw erprobt damit eine Form der Mensch-Maschine-Interaktion, die den ganzen Körper einbezieht und das Verhältnis von Betrachter und Bild grundlegend neu denkt. »The Virtual Museum« umfasst fünf Räume, die dem realen Ausstellungsraum exakt nachempfunden sind. Physische und digitale Welt überlagern sich dabei auf irritierende Weise: Der erste virtuelle Raum zeigt eine Nachbildung der Installation selbst – mitsamt dem Stuhl, auf dem der Besucher sitzt. Sobald die Reise beginnt, bleibt dieser Stuhl im Bild zurück, nun leer. Der eigene Körper wird zum Objekt im virtuellen Raum. Von Raum zu Raum gelangt man, indem man die immateriellen Wände durchquert. Jeder Raum beherbergt eigene Exponate aus dreidimensionalen Buchstaben und Texten: Die ersten drei widmen sich klassischen künstlerischen Gattungen – Malerei, Skulptur, Kino. Der vierte Raum hingegen zeigt drei bewegte Zeichen – „A", „2" und „Z" – als rote, grüne und blaue Lichtquellen, die ihre Umgebung in wechselnde Farben tauchen. Hier wird sichtbar, was nur in einer computergenerierten Welt möglich ist. Jeffrey Shaw entwickelte »The Virtual Museum« kurz nach seiner Arbeit Legible City (1989–91). Beide Werke erkunden die Idee navigierbarer virtueller Räume – ein Konzept, das damals erst in Ansätzen existierte und heute, im Zeitalter digitaler Museumsrundgänge, zur Selbstverständlichkeit geworden ist.

Autor:in

MR

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