Neil Brown, Dennis Del Favero, Jeffrey Shaw, Peter Weibel
T_Visionarium I
2004
- Künstler:in / Künstlergruppe
- Neil Brown, Dennis Del Favero, Jeffrey Shaw, Peter Weibel
- Titel
- T_Visionarium I
- Jahr
- 2004
- Kategorie
- Computerbasiert
- Installation
- Material / Technik
- Spezialangefertigte Traglufthalle kugelförmig (Précontraint 501 FERRARI), zwei Lüftermotoren, Luftschleuse, drehbares Projektorgestell, Projektor, Interface, spezialangefertigte Elektronik, zwei Computer (PC Grafik- und Steuerrechner), Betriebssystem (Linux), Individualsoftware, Kopfhörer, Kopfhörerverstärker
- Maße / Dauer
- Höhe 900 cm, Ø 1200 cm
- Mitwirkende
- Programmierung (Distributed Video Engine)
- Programmierung (Anwendungssoftware)
- Programmierung (Anwendungssoftware)
- Programmierung (Anwendungssoftware)
- Ton
- Programmierung (Anwendungssoftware)
- Programmierung (Anwendungssoftware)
- Projektleitung, Interaktionsdesign
- Management
- Management
- Assistenz
- Assistenz
- Assistenz
- Programmierung (Leitung Softwareentwicklung)
- Beschreibung
- 48 Fernsehkanäle aus ganz Europa, jeweils 24 Stunden Programm – aufgezeichnet, analysiert und über die Innenfläche einer zwölf Meter großen Kuppel verteilt. In dieser immersiven Umgebung wechseln Besucher nicht per Fernbedienung den Kanal. Stattdessen drehen sie den Kopf: In welche Richtung sie auch blicken, ein anderer Sender erscheint. Fernsehen wird zu Architektur; Zappen wird zur körperlichen Handlung. Die Installation wurde für EVE (Extended Virtual Environment) entwickelt, eine Projektionskuppel, die Jeffrey Shaw 1993 schuf. In ihrem Zentrum lenkt ein Videoprojektor auf einer schwenkbaren Aufhängung Bilder auf jeden beliebigen Punkt der Kuppelinnenfläche. Ein Besucher trägt einen Head-Tracking-Sensor, der Position und Neigung seines Kopfes erfasst. Der Projektor folgt diesem Blick, sodass das Bild stets dort erscheint, wohin der Besucher schaut. Mit zwei Projektoren kann das System auch dreidimensionale Bilder erzeugen. »T_Visionarium I« erweitert dieses System in den Bereich des Fernsehens. Das Material wird nicht einfach gespeichert, sondern mit Metadaten angereichert, die seinen Inhalt beschreiben – Dialog, Landschaft, Gesichter, Bewegung. Besucher können die Kanäle durch Auswahl von Schlagwörtern filtern: Wählt man etwa „Dialog", erscheinen nur Szenen mit Gesprächen, synchronisiert über alle Kanäle hinweg. Unterschiedliche Programme richten sich plötzlich aneinander aus, und unerwartete narrative Verbindungen entstehen zwischen Fragmenten, die nie dafür gedacht waren, gemeinsam gesehen zu werden. Das Werk wurde in Euralille, Lille, im Rahmen des Festivals Kulturhauptstadt Europas 2004 uraufgeführt. Es entstand unter der Leitung von Jeffrey Shaw gemeinsam mit Neil Brown, Dennis Del Favero und Peter Weibel, in Zusammenarbeit mit EPIDEMIC (Paris), dem iCinema Research Centre der UNSW Sydney und dem ZKM Karlsruhe.
Autor:in
MR