Jeffrey Shaw, Harry de Wit
Heavens Gate
1987
- Künstler:in / Künstlergruppe
- Jeffrey Shaw, Harry de Wit
- Titel
- Heavens Gate
- Jahr
- 1987
- Kategorie
- Installation
- Video
- Computergeneriert
- Format
- Videoinstallation
- Material / Technik
- Video (Farbe, Ton), Media Player, Videoprojektor, Spiegel; digitale Videoverarbeitung: Quantel Mirage
- Maße / Dauer
- Installation: 520 x 400 x 300 cm; Video: 00:15:03
- Sammlung
- ZKM | Zentrum für Kunst und Medien
- Beschreibung
- Die Installation besteht aus einem hohen, vollständig abgedunkelten Raum, an dessen Decke ein drei mal vier Meter großes Videobild projiziert wird. Auf dem Boden liegt ein begehbarer Spiegel derselben Größe. Wer sich auf diesen Spiegel stellt und nach unten blickt, sieht nicht den Boden, sondern die Decke: das eigene Spiegelbild überlagert sich mit dem reflektierten Projektionsbild. In der Dunkelheit lösen sich die räumlichen Koordinaten auf, und oben und unten, Körper und Bild geraten in Schwebe. Die projizierten Bilder bewegen sich zwischen zwei Welten: barocke Deckenmalerei und Satellitenaufnahmen der Erde. Beide Bildtypen werden digital zerlegt, ihre Pixel manipuliert und in einem virtuellen dreidimensionalen Raum anamorphisch neu zusammengesetzt. Was entsteht, ist ein digitales Trompe-l'œil, das den ekstatischen Blick des Barock gen Himmel mit dem modernen Blick aus dem All auf die Erde verschränkt. Die vertikale Achse, die einst Irdisches und Göttliches trennte, verliert ihre Eindeutigkeit Shaw greift damit eine Bildtradition auf, die vom Deckenbild des Barock über El Grecos Himmelfahrten bis zu Piero Manzonis konzeptuellen Arbeiten reicht – und verbindet sie mit der Vogelperspektive der Futuristen und dem technischen Blick der Satellitenfotografie. Die Installation wurde erstmals 1987 im Treppenhaus des Felix Meritis in Amsterdam gezeigt. Seither wird sie in eigens konstruierten Räumen präsentiert.
Autor:in
MR