Jeffrey Shaw, Sarah Kenderdine, Edwin Nadason Thumboo
Recombinatorial Poetry Wheel
2015
- Künstler:in / Künstlergruppe
- Jeffrey Shaw, Sarah Kenderdine, Edwin Nadason Thumboo
- Titel
- Recombinatorial Poetry Wheel
- Jahr
- 2015
- Kategorie
- Computerbasiert
- Installation
- Format
- Videoinstallation
- Material / Technik
- interaktive computerbasierte Installation; Computer: PC (Grafikkarte: Nvidia Geforce FX 1060), Betriebsystem: Windows 64 bit 7/10; Programmiersprache: C#; Software: Treiber für PowerMate Controller; weitere Geräte: Griffin PowerMate USB
- Maße / Dauer
- Installationsmaß variabel
- Sammlung
- ZKM | Zentrum für Kunst und Medien
- Beschreibung
- Edwin Thumboo gilt als Gründungsstimme der englischsprachigen Poesie Singapurs. Über Jahrzehnte hinweg hat sein Werk der Entstehung einer Nation literarischen Ausdruck verliehen – ihren Landschaften, Kämpfen und ihrer sich wandelnden Identität. Diese Installation stellt seine Dichtung in den Mittelpunkt eines Experiments aus Rekombination und Neuinterpretation. Der konzeptuelle Rahmen schöpft aus dem Erbe von OuLiPo, dem Ouvroir de littérature potentielle, der „Werkstatt für potentielle Literatur". 1960 in Paris vom Schriftsteller Raymond Queneau und dem Mathematiker François Le Lionnais gegründet, versammelte OuLiPo Autoren, Dichter und Mathematiker, die davon überzeugt waren, dass formale Beschränkungen – strenge Regeln, die die Grundlage spielerische Experimente sind – zu Motoren der Kreativität werden können. In diesem Geist werden siebenundzwanzig von Thumboos bekanntesten Gedichten als polyvokale Lesungen präsentiert, jede verkörpert durch eine Figur des Dichters selbst, angeordnet in einem uhrenartigen Kreis auf einer großen runden Projektion. Wenn Besucher durch die Figuren rotieren, unterbrechen sie eine Lesung und initiieren eine andere – springen zwischen Gedichten mitten im Vers, mitten im Atemzug. Die gesprochenen Worte erscheinen als Text in der Mitte des Bildschirms. Was entsteht, ist weder eine getreue Rezitation noch eine zufällige Collage, sondern etwas dazwischen: ein dritter Text. Bedeutungen kollidieren: Eine Zeile über das Meer trifft auf eine Meditation über Erinnerung; eine politische Deklaration löst sich in lyrische Intimität auf. Das Werk ehrt Thumboos ursprüngliches Œuvre und löst es zugleich behutsam auf und legt verborgene Resonanzen frei."
Autor:in
MR