Femmes4Music
Das Bild kombiniert die vier Porträts von: Meredith Monk, Jennifer Higdon, Ellen Taaffe Zwilich und Kaija Saariaho.
Virtuosinnen der modernen Musik
So, 20.11.2022 - So, 11.12.2022
Online
Eintritt frei

In der zeitgenössischen Musik sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert und bekommen längst nicht die Aufmerksamkeit, die ihnen zusteht. Mit dem Digitalfeature »Femmes4Music« stellt das ZKM | Karlsruhe im Rahmen von »Female Perspectives. Mehr Sichtbarkeit für weibliche Kunst« daher an vier Sonntagen jeweils eine herausragende Komponistin von international großem Renommee vor.

In ihrer Studie »Equality & Diversity in Concert Halls« analysierte die gemeinnützige britische Stiftung DONNE die Gleichberechtigung und Diversität in 100 Orchestern aus weltweit 27 Ländern innerhalb der Spielzeit 2020–21. Das Ergebnis spricht Bände: von 4.857 Konzerten beinhalteten nur 556 Kompositionen von Frauen, was einem prozentualen Anteil von 11,45 % entspricht. In allen untersuchten Konzerten kamen insgesamt 14.747 Kompositionen zur Aufführung. Lediglich 737 davon stammten aus der Feder von Frauen, was wiederum einen Anteil von 5 % ergibt.

Um diesem unhaltbaren Ergebnis entgegenzuwirken, präsentiert das ZKM mit »Femmes4Music« im Online-Format vier innerhalb des deutschen Sprachraums weniger bekannte, zwischen den 1940ern und 1960er geborene Komponistinnen und Musikerinnen, deren Werke international höchste Anerkennung genießen. Teil des Formates sind eigens verfasste Biografien, Interviews sowie ein kuratiertes Musikprogramm.

Zu den vorgestellten Frauen der Veranstaltungsreihe gehören die US-amerikanische Komponistin Meredith Monk, die ebenfalls aus den USA stammenden Komponistinnen Jennifer Higdon und Ellen Taaffe Zwilich sowie die finnische Komponistin Kaija Saariaho.

Programm

Initiator Peter Weibel erklärt seine Idee zum Digitalfeature wie folgt:
»Der Konzertbetrieb verengt sich, besonders nach der Pandemie, immer mehr auf männliche Maestri der Musik des 18. und 19. Jahrhunderts. Auch die berühmte kanonische Edition ‚Masters of Music‘ enthält nur Männer. In Wirklichkeit aber zeichnet sich das zeitgenössische Musikschaffen durch ein außerordentlich polyphones Spektrum aus, in dem auch die musikalischen Stimmen von Frauen ihre gebührende Achtung finden. Allerdings passiert dies unbemerkt von weiten Teilen der Öffentlichkeit, weil die zuständigen Institutionen ihre Aufgabe und ihre Pflicht der Vermittlung nicht erfüllen, beispielsweise das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Deutschland.

Das ZKM hat seit seiner Gründung dem Medium Musik eine ganze Abteilung gewidmet und in zahlreichen Publikationen, DVDs, Aufführungen und Residenzprogrammen die äußersten Ränder musikalischer Reisen gefördert und hunderten von Komponist:innen die Chance gegeben, ihre Werke zu verwirklichen. Ein Höhepunkt dieses Bestrebens ist die digitale Veranstaltungsreihe ‚Femmes4Music‘, mit der das ZKM Komponistinnen präsentiert, die schon längst Teil der Edition ‚Masters of Music‘ hätten sein müssen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird das ZKM wieder zu einem Sender, der den vier ‚Maestre di Musica‘ ein Auditorium bietet.«