Visionäre KI: Das vergessene Erbe der Connection Machine

Fr, 27.03. – Sa, 28.03.2026

Foto: Steve Grohe
Ort
Medientheater
Online
Kosten
Eintritt frei
Sprache
Englisch

Warum geraten bestimmte Technologien in Vergessenheit – und was können wir heute daraus lernen?
Wie verband die Connection Machine Berechnung, Design und Vorstellungen von Intelligenz miteinander?
Und was sagt ihr Beispiel über die heute weitgehend undurchsichtigen KI-Systeme aus?

Die Connection Machine (CM) war der erste kommerzielle Supercomputer mit einer massiv parallelen Architektur und eine technologische Pionierleistung, die maßgeblich zur Entwicklung moderner Hochleistungsrechner (HPC) und KI-Systeme beitrug. Zwischen 1983 und 1994 von der Thinking Machines Corporation (TMC) entwickelt, war die Connection Machine mit den Modellen CM-1, CM-2 und CM-5 von der Frage inspiriert, wie Intelligenz im menschlichen Gehirn durch die komplex vernetzte, parallele Verarbeitung von Informationen entsteht. 

Über ihre technischen Innovationen hinaus zeichnete sich die CM durch eine Designphilosophie aus, die Visualisierung als integralen Bestandteil der Berechnung betrachtete. Sie übersetzte abstrakte Prinzipien wie massive Parallelität in eine räumliche, „elektronisches Gehirn“-ähnliche Form, die interne Prozesse wahrnehmbar machte. In einer Zeit, in der zeitgenössische KI-Systeme – insbesondere groß angelegte Sprachmodelle – weitgehend visuell undurchsichtig bleiben, dient die CM weiterhin als Referenz für die epistemische Rolle des Designs bei der Vermittlung zwischen technischer Komplexität und einem breiteren Verständnis.

Die vielfältige Expertise, welche sich in der CM-Reihe bündelte, fand nach der Insolvenz des Unternehmens auf unterschiedlichen Wegen Eingang in die Arbeit einflussreicher Technologiekonzerne: So wurden etwa Teile von TMC 1994 direkt von Sun Microsystems aufgekauft (2010 wiederum übernommen von Oracle). Ebenso wurden verschiedene innovative Start-ups ehemaliger Mitarbeitender von TMC von großen Digitalkonzernen übernommen – etwa Alexa Internet von Amazon oder Metaweb von Google. Trotz dieses weitreichenden technologischen Einflusses blieb die prägende Rolle der Connection Machine in der Geschichte der KI und des Hochleistungsrechnens nach dem Ende von TMC 1994 weitgehend unbeachtet. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Connection Machine (CM) beleuchtet die Konferenz, das bisher kaum gewürdigte Erbe der CM: als visionäre Technologie, die Entwicklungen der heutigen KI- und der Supercomputing-Landschaft prägte. In drei Themensektionen werden die zentralen Aspekte der CM erörtert: ihre technologische Komplexität, die Ästhetik ihres Designs sowie die aktuelle KI-Landschaft. Dabei soll gleichzeitig analysiert werden, warum die Errungenschaften dieses Supercomputers, der seiner Zeit so weit voraus war, in Vergessenheit gerieten. 

Parallel zur Konferenz wird im Foyer des ZKM eine historische CM-2 präsentiert. 

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Konzipiert und entwickelt von: Michael Beigl, Alistair Hudson, Daria Mille, Tamiko Thiel
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Mit Unterstützung von: Hosna Karnama, Sasha Meyer

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