Nam June Paik

TV News [TV News]

1991

Künstler:in / Künstlergruppe
Nam June Paik
Titel
TV News [TV News]
Jahr
1991
Auflage / Seriennummer
III/XXX ( 3/30)
Kategorie
Druckgrafik
Sammlung
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe
Beschreibung
Nam June Paik (1932 Seoul, Südkorea – 2006 Florida, USA), gilt als einer der bedeutendsten Wegbereiter der Videokunst. Bereits in den 1960erJahren begann er mit neuen Medien zu experimentieren und entwickelte mit Werken wie »TV Cello« (1971) oder »TV Buddha« (1974) eine neuartige und bis heute einflussreiche gestalterische Sprache. Mit seinen Arbeiten prägte er die Verschränkung von Kunst, Musik, Technologie und Performance maßgeblich. Auf spielerische und oft auch humorvolle Weise hinterfragte Paik die Beziehung zwischen, Mensch und TV, Religion und Technik, zwischen Alltag und Bildschirm. Dabei verstand er Technik nie isoliert, sondern vielmehr als integralen Bestandteil eines kulturellen, biologischen und geistigen Gesamtsystems. Seine Werke werfen dabei Fragen auf, die die Betrachter zum inneren Zwiegespräch einladen und eigene Deutungen zulässt.  Paiks Œuvre ist vielfältig: Es reicht von frühen Tonbandcollagen über TV-Installationen bis hin zu konzeptuell angelegten Grafiken, Roboterskulpturen und satellitengestützten Medienprojekten. Immer wieder griff er bestimmte Motive auf, die er in seinen Werken variantenreich umsetzte und in neue Kontexte setzte. Paiks Offsetdruck »TV News« zeigt ein dichtes Feld aus kleinformatigen Zeichnungen, die in horizontalen Reihen angeordnet sind. Die Motive wiederholen sich in serieller Folge, variieren jedoch in Farbe und Form. Sie erinnern an Piktogramme und zeigen verschiedene Motive, wie Autos, Musiknoten, Fernsehgeräte, Fische, Augen... Diese Motive sind keineswegs zufällig gewählt, sondern verweisen auf zentrale Themen in Paiks Œuvre. Figuren wie der winkende Buddha, Fernsehbildschirme, Naturmotive oder Gesichter stehen exemplarisch für seine Auseinandersetzung mit Spiritualität und Technologie, mit Natur und medialer Moderne, mit Wahrnehmung und Reflexion. Die Musiknoten wiederum erinnern an Paiks frühe Beschäftigung mit experimenteller Musik sowie an seine enge Verbindung zur Fluxus-Bewegung, in der Klang, Bewegung und Bild miteinander verschränkt werden. Die serielle Struktur des Blattes ruft Assoziationen an moderne Massenmedien hervor, in denen eine permanente Flut von Bildern, Informationen und Nachrichten zirkuliert. Die Wiederholung und Variation der Motive veranschaulicht den Sog des medialen Nachrichtenstroms, der den Blick der Betrachtenden fesselt. Paik übersetzt damit die Dynamik der Mediengesellschaft in eine visuelle Komposition, in der Ordnung und Überfülle ebenso aufeinandertreffen wie Chaos und Monotonie.

Autor:in

Lara
Mainzer

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