Nam June Paik
Sonata 64
1996
- Künstler:in / Künstlergruppe
- Nam June Paik
- Titel
- Sonata 64
- Jahr
- 1996
- Auflage / Seriennummer
- AP X/X
- Kategorie
- Druckgrafik
- Sammlung
- ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe
- Beschreibung
- Nam June Paik (1932 Seoul, Südkorea – 2006 Florida, USA), gilt als einer der bedeutendsten Wegbereiter der Videokunst. Bereits in den 1960er-Jahren begann er mit neuen Medien zu experimentieren und entwickelte mit Werken wie »TV Cello« (1971) oder »TV Buddha« (1974) eine neuartige und bis heute einflussreiche gestalterische Sprache. Mit seinen Arbeiten prägte er die Verschränkung von Kunst, Musik, Technologie und Performance maßgeblich. Auf spielerische und oft auch humorvolle Weise hinterfragte Paik die Beziehung zwischen, Mensch und TV, Religion und Technik, zwischen Alltag und Bildschirm. Dabei verstand er Technik nie isoliert, sondern vielmehr als integralen Bestandteil eines kulturellen, biologischen und geistigen Gesamtsystems. Seine Werke werfen dabei Fragen auf, die die Betrachter zum inneren Zwiegespräch einladen und eigene Deutungen zulässt. Paiks Œuvre ist vielfältig: Es reicht von frühen Tonbandcollagen über TV-Installationen bis hin zu konzeptuell angelegten Grafiken, Roboterskulpturen und satellitengestützten Medienprojekten. Immer wieder griff er bestimmte Motive auf, die er in seinen Werken variantenreich umsetzte und in neue Kontexte setzte. Die Druckgrafik »Sonata 64« besteht aus einer Serie von Bildfeldern, die in ihrer Form an Bildschirme erinnern. Ein für Paik typisches Motiv, das auf seine fortwährende Auseinandersetzung mit dem Medium Fernsehen verweist. Die einzelnen Bildfelder sind mit unterschiedlichen schwarz-weißen Motiven gefüllt. Fotografische Aufnahmen, aber auch handschriftliche und drucktechnische Ausschnitte aus Paiks eigenem Schaffen. Wiederkehrende Wörter und Symbole wie „Art“, Fragezeichen oder Herzen verweisen auf Paiks Interesse an philosophischen und spirituellen Themen, denen er in seinem Werk immer wieder nachgeht. Mit farbigen, spontan wirkenden und pastos aufgetragenen Buntstiftmarkierungen belebt Paik das Bild und durchbricht die Strenge der farblosen Struktur. So entsteht ein spannungsreiches Wechselspiel zwischen Ordnung und Spontaneität, zwischen technischer Reproduktion und individueller, humorvoller Geste. Der Titel »Sonata 64« schlägt eine Brücke zur Musik. Eine Sonate besteht aus mehreren Sätzen, die jeweils unterschiedliche Stimmungen und Tempi aufweisen, aber dennoch ein gemeinsames Werk bilden. Ebenso vereint auch diese Druckgrafik verschiedene Bildelemente, die in Struktur und Aussage variieren, sich jedoch zu einer harmonischen Komposition fügen. Die visuelle Sonate verweist zugleich auf Paiks frühe Auseinandersetzung mit experimenteller Musik und seine enge Verbindung zur Fluxus-Bewegung, in der Klang, Bewegung und Bild vereint werden.
Autor:in
Lara
Mainzer