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Silver Egg. Die Sinnlichkeit der Medienkunst

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© Mirjam Reili, Uku-Kristjan Küttis

Pressemitteilung

Den Sehnsüchten und Mängeln unserer Zeit begegnen
Das ZKM eröffnet seine Jahresausstellung 2026 zu Medienkunst und Sinnlichkeit

Eros, der Gott der begehrlichen Liebe, erscheint in Mythos und Philosophie als treibende Urkraft für kulturelle Evolution und Erneuerung. Von ihm gehen Verbindungsenergien aus, die die künstlerische, wissenschaftliche und gesellschaftliche Praxis der Menschen beeinflussen. Durch seinen Impuls entsteht der Wunsch, in der Welt tätig zu sein, sich in die Lebens- und Kreativprozesse einzubringen. Die Ausstellung „Silver Egg. Die Sinnlichkeit der Medienkunst“ versammelt rund 50 internationale Positionen engagierter, experimenteller und poetischer Kunst, die eine erotische Haltung zur Welt veranschaulichen. Anhand unterschiedlicher künstlerischer Medien verhandeln die gezeigten Werke aktuelle Verhältnisse zwischen Gesellschaft, Kunst, Ökologie und Technologie. „Im Mittelpunkt steht die Frage, was Künstler:innen und Besucher:innen heute motiviert, sich sinnlich mit der Welt zu verbinden und gestaltend tätig zu werden“, so Kuratorin Anett Holzheid.

Eine Videoeinführung in die Ausstellung durch die Kuratorin finden Sie hier:
Silver Egg in 90 Sekunden

Presserundgang: 03.07.2026, 11 Uhr (Anmeldung bitte an presse@zkm.de)
Eröffnung: 03.07.2026, 19 Uhr

Erotische Anziehung als Lebensprinzip
Seit der Antike verkörpert Eros in Kunst, Mythologie und Philosophie das energetische Lebensprinzip. Als einflussreiche Bild- und Denkfigur repräsentiert er nicht nur begehrliche Liebe, sondern auch die treibende Urkraft für kulturelle Evolution und Erneuerung.
Einer Urszene zufolge schlüpfte der Schöpfergott als Ordnungskraft inmitten kosmischer Winde aus einem silbernen Welt-Ei. In der griechischen Philosophie entwickelte sich Eros zum Mittler zwischen Himmel, Erde und den Künsten. Er bewirkt, dass der Mensch sich lustvoll in das Leben hineingezogen fühlt und mit der Welt in Resonanz treten will. Die Ausstellung Silver Egg plädiert für solch eine erotische Haltung zur Welt und fragt: Welche Medien und Wahrnehmungsformen nutzen Medienkünstler:innen, um die Sehnsüchte und Mängel unserer Zeit zu skizzieren? Welche inhaltlichen und formalen Entscheidungen treffen sie und wie treten wir als Besucher:innen mit diesen Positionen in Verbindung?

Mit allen Sinnen denken und erleben
Die ausgestellten Kunstwerke versetzen Besucher:innen in Situationen, in denen sie ihre eingeübte Mediennutzung zugunsten eines sinnlichen Gebrauchs vergessen. Indem die Werke die Sinne des Sehens, Hörens, Riechens, Berührens und Bewegens der Besucher:innen aktivieren, werden über die ästhetischen Zugänge der Arbeiten aktuelle Ideen und Erkenntnisse vermittelt: Die an der Ausstellung beteiligten Künstler:innen bearbeiten in ihren Projekten das Leben in gefährdeten Umwelten, medialen Kunstwelten und sozialen Wunschwelten.

Medienvielfalt in dichten Bezügen
Die Ausstellungskonzeption setzt bewusst auf Genre- und Medienvielfalt. Präsentiert werden Fotografie, Film, Keramik, Textilkunst, Künstliche Intelligenz, Körperschallkomposition, Sound- und Videoinstallationen, hybride Skulpturen, kinetische, sensorische und robotische Kunstwerke sowie Gesang, Literatur, Malerei und Musik. Die Anordnung der Werke, darunter etliche Neuproduktionen, bietet formal-thematische Bezüge im Sinne erotischer Attraktion, die zu gedanklichen Vertiefungen einladen. Sie reflektieren zudem die Erfahrungen und Imaginationen unterschiedlicher künstlerischer Generationen und kultureller Kontexte.

Zur Ausstellung erscheint eine begleitende Publikation in deutscher und englischer Sprache sowie ein Workshop- und Vermittlungsprogramm.

Die Ausstellung präsentiert Werke von Marco Barotti, Honey Biba Beckerlee, Stefano della Bella, Bériou, Elda Cerrato, Salvador Dalí, Stine Deja, Edith Dekyndt, Frederik Duerinck, Margret Eicher, Anselm Feuerbach, Thomas Feuerstein, Christoph Girardet und Matthias Müller, Johan Grimonprez, Andreas Gursky, Philippe Halsman, Derek Jarman, Jonas Jørgensen und Cody Lukas, Yunchul Kim, Angelina Kozhevnikova (Animaspace), Gašper Kunšič, Ryoichi Kurokawa, Karen Lancel und Hermen Maat, Eunhee Lee, Shuang Li, Bernd Lintermann, Richard Mosse, Alicja Patanowska, Irving Penn, Charmaine Poh, Helen Pynor und Gail Priest, Gerhard Richter und Corinna Belz, Pipilotti Rist, robotlab, Günter Scharein, Nika Schmitt, Tristan Schulze, Jill Scott, Jessica Segall, Ief Spincemaille, Ajla R. Steinvåg und René Aquarius, Stelarc, Sissel Marie Tonn, Timm Ulrichs, Milja Viita, ::vtol::, Yeongju Yang, Weidi Zhang und Rodger Luo.

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