Ulrike Rosenbach

Geburtsjahr, Ort
1943, Bad Salzdetfurth, Deutschland
Rolle am ZKM
Künstler/in der Sammlung
Biografie

Ihre Ausbildung in Bildhauerei absolvierte Ulrike Rosenbach 1964-69 an der Kunstakademie Düsseldorf als Meisterschülerin von Joseph Beuys. 1973-76 reiste sie mehrfach in die USA und kam verschiedenen Lehraufträgen nach, wie 1975-76 für feministische Kunst und Videokunst am California Institute of Arts, Valencia. 1976 gründete sie die bis 1982 bestehende »Schule für kreativen Feminismus« in Köln. Ihre Arbeit wurde durch zahlreiche Preise und Stipendien intemational ausgezeichnet, zuletzt 1997 mit dem Kunstpreis des Saarlandes. Seit 1989 ist sie Professorin an der Hochschule der Bildenden Künste Saar in Saarbrücken. Sie lebt im Saarland und in Köln.
 
Ende der sechziger Jahre entwirft und realisiert Rosenbach »Hauben für eine verheiratete Frau« und beginnt 1972 als eine der ersten Künstlerinnen, das ihr noch geschlechtsspezifisch undeterminiert erscheinende Medium Video in Form der Live-Video-Kamera für ihre sogenannten »Aktion/Performances« und »Video-live-aktionen« einzusetzen. Dabei manipuliert sie ihren Körper durch autoaggressive Gesten oder produziert mit der an ihrem Körper befestigten Videokamera Aufnahmen. Aus diesen »Aktion/Performances« gehen Videobänder, Videoinstallationen und Objekte hervor. Sie arbeitet auch mit Überblendungen von Liveaufnahmen ihrer Person mit Bildern von Frauengestalten aus Mythos, Religion, Dichtung und Wirkichkeit. Dabei thematisiert sie die Suche nach Idenität, Weiblichkeitsentwürfe, Rollenklischees und deren Ursprung, wobei auch spirituelle und alchimistische Denkmuster eine Rolle spielen.

Einzelausstellungen (Auswahl)
 
1972 »Videoarbeiten, Fotos, Zeichnungen«, Galerie Ernst, Hannover; »Naturkreisaktion«, Kunsthalle Düsseldorf, anschließend Gallery-House, London
1976 »Reflexionen über die Geburt der Venus«, Institute of Contemporary Art, Los Angeles, anschließend »And/Or«, Seattle, Stichting De Appel, Amsterdam, Neue Galerie Sammlung Ludwig, Aachen
1983 The Institute of Contemporary Art, Boston
1989 York Gallery und State Gallery of Ontario, Toronto
1990 »1972-1990, Videoinstallationen, Tapes, Fotoarbeiten, Zeichnungen«, Stadtgalerie Saarbrücken
1994 Haus der Geschichte, Bonn
1997 »Im Palast der neugeborenen Kinder«, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn; »Last Call für Engel«, Kunstverein Heilbronn; Museum Schloss Arolsen
 
Gruppenausstellungen (Auswahl)

1973 »1000 miles from here«, Gallery-House, London, anschließend Kunsthalle Düsseldorf
1974 »Videoshow«, The Museum of Modern Art, New York, anschließend Institute of Contemporary Art, Philadelphia
1977 documenta VI, Kassel
1980 Biennale di Venezia, Venedig; »Zeichen und Mythen«, Bonner Kunstverein, Bonn
1982 »Kunst als Material«, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Neue Nationalgalerie, Berlin
1983 »The Video History Show«, The Museum of Modern Art, New York
1984 Biennale di Venezia, Venedig; »von hier aus«, Messegelände, Düsseldorf
1985 »Kunst nach 45«, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Neue Nationalgalerie, Berlin
1987 documenta VIII, Kassel
1990 »Kunst nach 68«, Öffentliche Kunstsammlung Basel, Kunstmuseum Basel
1991 »German Video Art«, Fukuyama Museum of Moden Art, Fukuyama
1995 »RAM - Realität, Anspruch, Medium«, Badischer Kunstverein, Karlsruhe, anschließend Neues Museum Weserburg, Bremen, Lindenau-Museum, Altenburg, Wiesbaden
1997 »Body and Soul«, Kunstmuseum Bonn

[Konstanze Thümmel, 1997]