Neil Brown, Dennis Del Favero, Jeffrey Shaw, Peter Weibel
T_Visionarium II
2008
- Künstler:in / Künstlergruppe
- Neil Brown, Dennis Del Favero, Jeffrey Shaw, Peter Weibel
- Titel
- T_Visionarium II
- Jahr
- 2008
- Kategorie
- Computerbasiert
- Video
- Installation
- Format
- Videoinstallation
- Material / Technik
- Spezialangefertigtes Rundtheater (Stahlrohr, Gitterträger, Molton) mit Eingangsöffnung hinter Lichtschleuse, sieben Computer (PC) (sechs Grafikrechner, ein Steuerrechner), Betriebssystem (Windows XP), Individualsoftware (basierend auf lizenzpflichtiger Virtools Game Engine, Lizenz auf Rechner IG0), zwei TFT-Monitore, Sockel mit Interface, spezialangefertigte Elektronik (basierend auf Intersense InertiaCube3 inertial tracker), Audio-Interface (RME Fireface), Netzwerkverteiler (KVM), Netzwerkverteiler, sechs Projektorpaare mit Polarisationsfiltern, Stereo-Projektions-Screen (perforierter Silverscreen), 24 Lautsprecher (aktiv), zwei Subwoofer, Sockel mit Polarisationsbrillen
- Maße / Dauer
- Höhe 600 cm, Ø 1200 cm
- Mitwirkende
- Programmierung (Distributed Video Engine)
- Programmierung (Anwendungssoftware)
- Programmierung (Anwendungssoftware)
- Programmierung (Anwendungssoftware)
- Ton
- Programmierung (Anwendungssoftware)
- Programmierung (Anwendungssoftware)
- Projektleitung, Interaktionsdesign
- Management
- Management
- Assistenz
- Assistenz
- Assistenz
- Programmierung (Leitung Softwareentwicklung)
- Beschreibung
- »T_Visionarium II« löst das Fernsehen aus seinem linearen Fluss und verwandelt es in ein Archiv, das sich immer wieder neu zusammensetzen lässt. Vierundzwanzig Stunden australisches Free-TV wurden über eine Woche aufgezeichnet, in über dreißigtausend Clips zerlegt und mit Metadaten versehen – Geschlecht der Akteure, gezeigte Emotionen, Tempo der Szene, spezifische Handlungen wie Aufstehen, Hinlegen oder Telefonieren. Was einst lineare Erzählung war, wird so zum Archiv von Gesten, Stimmungen und Bildfragmenten. In der 360-Grad-Projektionsumgebung AVIE schweben zweihundertfünfzig dieser Clips gleichzeitig im dreidimensionalen Raum um die Betrachter herum. Über ein spezielles Interface können diese Clips ausgewählt, neu angeordnet und verknüpft werden. Wählt man einen Clip aus, vergrößert er sich, und das System sucht nach verwandten Fragmenten: Morphologische Synonyme – Clips mit ähnlichen Eigenschaften – erscheinen in der Nähe, morphologische Antonyme – Clips mit gegensätzlichen Eigenschaften – auf der gegenüberliegenden Seite der kreisförmigen Leinwand. Durch einfaches Ziehen und Ablegen lassen sich diese Fragmente zu neuen narrativen Sequenzen zusammenfügen. Aus seinem alltäglichen Erzählkontext gelöst, offenbart das televisuelle Material seine ästhetischen, gestischen und medialen Qualitäten. »T_Visionarium II« ist nicht bloß die Steuerung einer Datenbank – es ist eine Form, das Imaginäre des Fernsehens zu bewohnen: eine Sphäre reiner, endloser Medialität.
Autor:in
MR