Nam June Paik

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Künstler:in / Künstlergruppe
Nam June Paik
Titel
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Kategorie
Zeichnung
Sammlung
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe
Beschreibung
Nam June Paik (1932 Seoul, Südkorea – 2006 Florida, USA), gilt als einer der bedeutendsten Wegbereiter der Videokunst. Bereits in den 1960erJahren begann er mit neuen Medien zu experimentieren und entwickelte mit Werken wie »TV Cello« (1971) oder »TV Buddha« (1974) eine neuartige und bis heute einflussreiche gestalterische Sprache. Mit seinen Arbeiten prägte er die Verschränkung von Kunst, Musik, Technologie und Performance maßgeblich. Auf spielerische und oft auch humorvolle Weise hinterfragte Paik die Beziehung zwischen, Mensch und TV, Religion und Technik, zwischen Alltag und Bildschirm. Dabei verstand er Technik nie isoliert, sondern vielmehr als integralen Bestandteil eines kulturellen, biologischen und geistigen Gesamtsystems. Seine Werke werfen dabei Fragen auf, die die Betrachter zum inneren Zwiegespräch einladen und eigene Deutungen zulässt.  Paiks Œuvre ist vielfältig: Es reicht von frühen Tonbandcollagen über TV-Installationen bis hin zu konzeptuell angelegten Grafiken, Roboterskulpturen und satellitengestützten Medienprojekten. Immer wieder griff er bestimmte Motive auf, die er in seinen Werken variantenreich umsetzte und in neue Kontexte setzte. Die Zeichnung zeigt mehrere abstrakt dargestellte Profilansichten, die teilweise in rechteckige Formen eingebettet sind. Diese Rahmungen erinnern an Bildschirme oder Bildfelder und verweisen damit auf ein in Nam June Paiks Werk häufig wiederkehrendes Medium. Immer wieder thematisiert er in seinen Arbeiten das Verhältnis von Mensch und Technik und verwendet dafür Fernsehgeräte als Bildmotive. Die Gesichter sind stark reduziert und nur schemenhaft angedeutet. Augen, Nase und Profil genügen, um sie als menschlich lesbar zu machen. Diese Darstellungsweise findet sich in ähnlicher Form auch in anderen Arbeiten Paiks wieder. Gestrichelte Linien und Pfeile verbinden die einzelnen Darstellungen miteinander und strukturieren das Blatt. Sie markieren Bewegungen, Blickrichtungen sowie Übertragungsprozesse und verweisen auf kommunikative Abläufe zwischen den dargestellten Figuren. Annäherung und Distanz, Hinwendung und Abwendung werden dadurch verbildlicht. Kommunikation wird dabei als dynamischer Prozess verstanden, der nicht linear verläuft sondern von Wechselwirkungen geprägt ist, vergleichbar mit Sendung, Empfang und Rückkopplung im Fernsehen. Zugleich thematisiert die Zeichnung die Einseitigkeit televisueller Kommunikation. Während die Gesichter aufeinander ausgerichtet scheinen, bleibt offen, ob tatsächlich ein Austausch stattfindet oder ob es sich um parallele, voneinander getrennte Wahrnehmungen handelt. Auffällig ist die Reduktion dieser komplexen zwischenmenschlichen Prozesse auf einfache grafische Mittel. Mit wenigen Linien gelingt es Paik, ein vielschichtiges Beziehungsgeflecht anzudeuten, ohne es zu konkretisieren oder festzulegen. Paik schafft es trotz der formalen Einfachheit die inhaltliche Komplexität der Thematik zu erhalten.

Autor:in

Lara
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