Bruno Latour

Ein Portrait des Philosophen Bruno Latour.
Geburtsjahr, Ort
1947, Beaune, Frankreich
lebt und arbeitet in
Paris, Frankreich
Biografie

Bruno Latour ist Professor an der Hochschule Sciences Po Paris und Direktor des TARDE-Programms (Theory of Actornetwork and Research in Digital Environments). Von 1982 bis 2006 war er Professor am Centre de Sociologie de l’Innovation (CSI) der École nationale supérieure des mines in Paris. Er lehrte als Gastprofessor an der University of California, San Diego (UCSD), der London School of Economics and Political Science (LSE), und dem Department of the History of Science der Harvard University.
Nach Feldstudien in Afrika und Kalifornien spezialisierte er sich auf die Analyse der Arbeitsweisen von Wissenschaftlern und Ingenieuren. Neben seiner Tätigkeit in den Bereichen Philosophie, Geschichte, Soziologie und Anthropologie, war Latour an zahlreichen Studien zu Grundsätzen und Methodik der Naturwissenschaften sowie zum Forschungsmangement beteiligt.

Zu seinen wichtigsten Publikationen zählen »Laboratory Life. The Construction of Scientific Facts« (Princeton University Press, 1986), »Science in Action« (1987), »The Pasteurization of France« (1988). Latour veröffentlichte außerdem eine Feldstudie zu einem automatischen/automatisierten Untergrundsystemen, »Aramis or the Love of Technology«, und einen Essay über symmetrische Anthropologie, »We have never been modern« [die beiden bei Harvard Univerity Press erschienen Publikationen wurden bisher in 15 Sprachen übersetzt]. Im selben Verlag erschien die Essaysammlung »Pandora's Hope, Essays in the Reality of Science Studies«. In einer weiteren Serie von Büchern, die bisher in französischer Sprache erschienen sind, setzt sich Latour mit den Auswirkungen naturwissenschaftlicher Studien auf verschiedene Forschungsbereiche der traditionellen Soziologie auseinander [»Sur le culte moderne des dieux faitiches«, und »Paris ville invisible«, ein fotografischer Essay über die technischen und sozialen Aspekte der Stadt Paris]. 1999 veröffentlichte Latour »Politiques de la nature« [Das Parlament der Dinge. Naturpolitik, 2001], ein Buch, das sich mit philosophischen Aspekten der Umweltpolitik befaßt. Die Ergebnisse seiner Feldstudien bezüglich eines der Obersten Gerichtshöfe Frankreichs erschienen unter dem Titel »La fabrique du droit. Une ethnographie du Conseil d'Etat« (2002)
Weitere Publikationen: »Reassembling the Social. An Introduction to Actor-Network-Theory« (Oxford University Press, 2005), »On the Modern Cult of the Factish Gods« (Duke University Press, 2010), »Existenzweisen. Eine Anthropologie der Modernen« (2014, frz. »Enquêtes sur les modes d'existence. Une anthropologie des Modernes«)

Zusammen mit Peter Weibel kuratierte er am ZKM die Ausstellungen »Iconoclash. Jenseits der Bilderkriege in Wissenschaft, Religion und Kunst« (2002) and »Making Things Public. Atmosphären der Demokratie« (2005), zu denen jeweils eine umfangreiche Publikation bei MIT Press erschien.

2013 erhielt er den Internationalen Holberg-Gedenkpreis.

[Last update: August 2015]

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