Digiloglounge Digital
Das Gesicht einer Frau wird zur Hälfte von Binärcode überdeckt. Jeweils eine menschliche und eine Roboterhand deuten auf sie. Über dem Bild liegt das Banner "#digiloglounge".
Von Politik bis Pornografie: Gefahren (und Chancen) von Deepfakes
Do, 08.04.2021, 17:00 Uhr CEST, Dauer: 1h
Online

Im Rahmen der Diskussionsreihe »Digiloglounge Digital« spricht Sabine Faller mit den Expertinnen PD Dr. Jessica Heesen und Maria Pawelec über »Deepfakes«!

Deepfakes, also synthetische audio-visuelle Medien, verbreiten sich derzeit rasant. Fortschritte im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) führen dazu, dass Bilder, Videos und Audiodateien mit immer geringerem Aufwand sogar von technischen Lai:innen manipuliert oder gar synthetisch erzeugt und immer seltener mit dem bloßen Auge erkannt werden können.

Solche Deepfakes kommen in den verschiedensten Kontexten zum Einsatz und wecken oft große Befürchtungen. Die Debatte kreist meist um deren schädliches Potenzial für die Politik: Deepfakes können als neue Form der Fake News und Desinformation demokratische Wahlen untergraben, politische Gegner:innen diskreditieren, oder sogar inner- und zwischenstaatliche Konflikte auslösen. Der Vortrag greift diese Befürchtungen auf und diskutiert anhand aktueller Fallbeispiele, wie groß die Gefahr ist, die von Deepfakes für die Demokratie ausgeht. Gleichzeitig beleuchtet er jedoch auch die Chancen im politischen Bereich: Deepfakes für Satire und Parodien, politische Kampagnen, Kunst und Aktivismus können die demokratische Debatte und Willensbildung stärken.

Neben der Politik nimmt der Vortrag auch weitere Anwendungsfelder von Deepfakes in den Blick. Besonders häufig werden Deepfakes für nicht-einvernehmliche und Rachepornografie genutzt. Solche Fake Pornos verletzen massiv die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen und verursachen tiefgreifende psychische Schäden. Da die Opfer fast ausschließlich Frauen sind, bedrohen Fake Pornos die gesellschaftliche Gleichstellung von Frauen in einer digitalen Gesellschaft. In anderen Feldern bieten Deepfakes wiederum große Chancen, etwa für die Wirtschaft. Hier legt der Vortrag einen besonderen Schwerpunkt auf die ethisch umstrittene »Wiederbelebung« von Verstorbenen durch Deepfakes.

Wie groß ist also die Gefahr, die von Deepfakes ausgeht, und welche Chancen bieten sie? Diese Fragen greift der Vortrag auf, um anschließend gemeinsam über mögliche gesellschaftliche Reaktionen zu diskutieren.

Die Veranstaltung wird von der Telegram-Gruppe zkm_digiloglounge begleitet. Wir laden Sie herzlich dazu ein, Fragen im Chat der Gruppe oder bei Twitter @digilogbw zu stellen! 
Hinweis: Um an der Chatgruppe teilnehmen zu können, ist eine Anmeldung bei Telegram erforderlich. Hier finden Sie eine Anleitung.

Zur Projekt-Website »digilog@bw – Digitalisierung im Dialog«.

PD Dr. Jessica Heesen ist Leiterin des Forschungsschwerpunkts Medienethik und Informationstechnik am Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität Tübingen. Sie beschäftigt sich in ihrer Arbeit insbesondere mit philosophischen Fragestellungen und ethischen Konflikten im Bereich Medien und Digitalisierung. Dazu gehören Probleme der Meinungsfreiheit in Sozialen Medien ebenso wie Fragen nach einer wertorientierten Entwicklung von Künstlicher Intelligenz. Sie ist Autorin zahlreicher Veröffentlichungen zur Medien-, Technik- und Sicherheitsethik, darunter das Handbuch Medien- und Informationsethik. Jessica Heesen ist Leiterin der AG IT-Sicherheit und Privacy, Recht und Ethik der BMBF/Acatech-Plattform »Lernende Systeme – Die Plattform für Künstliche Intelligenz«, Sprecherin im Verbundprojekt »Digitalisierung im Dialog (digilog)« für die Universität Tübingen und Mitglied im BMBF-Forum Privatheit. Sie wurde an der Universität Stuttgart promoviert und erhielt mit ihrer Habilitation am Karlsruher Institut für Technologie die Lehrbefugnis im Fach Philosophie.

Maria Pawelec studierte Politik- und Verwaltungswissenschaft und Europawissenschaften in Konstanz, Istanbul, Bath und Berlin. Im Anschluss arbeitete sie im Themenbereich »Völkerverständigung Europa und seine Nachbarn« der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart. Seit 2016 ist Maria Pawelec wissenschaftliche Mitarbeiterin in verschiedenen medien- und technikethischen Projekten am Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität Tübingen. 2016-2019 arbeitete sie im Projekt »Ethische Implikationen des IT-Exports nach Subsahara-Afrika (ELISA)«. Zusätzlich unterstützte sie das Projekt Privacy-Arena und koordinierte die Erstellung eines Gutachtens im Auftrag des Deutschen Bundestages zu Beobachtungstechnologien. 2020 arbeitete sie im Projekt »Technik-Innovation: Sozialwissenschaftliche und ethische Analysen zu Governance (TANGO)«. Seit 2021 forscht Maria Pawelec zum Thema »Ethische und gesellschaftliche Implikationen von ‚Deepfakes‘ und Chancen ihrer Regulierung« im Projekt »Digitalisierung im Dialog (digilog@bw)«.

Sabine Faller ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Museumskommunikation am ZKM | Karlsruhe. Ihr Schwerpunkt liegt in der Konzeption und Umsetzung von Workshops, Projekten und Bildungsprogrammen in den Bereichen Medienkunst, Digitale Bildung sowie Online Lernen – aktuell für das Forschungsprojekt »Digitalisierung im Dialog – digilog@bw«.

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ZKM | Zentrum für Kunst und Medien

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