#meetdigilog
Zu sehen ist das Veranstaltungsbild von #meetdigilog »Wikipedia. Macht. Wissen«
Wikipedia. Macht. Wissen
Do, 19.05.2022, 18:00 Uhr CEST, Gespräch
Online
Sprache: Deutsch

Wie genderneutral ist Wikipedia? Spiegelt die erfolgreichste Wissensplattform die Perspektiven aller wider? Im Gespräch mit Prof. Dr. Eva Gredel, Dr. Maja Linthe und Prof. Dr. Angelika Storrer wird die vorrangig maskuline Darstellung von Wissen hinterfragt.

Die Online-Enzyklopädie Wikipedia ist eines der ältesten und erfolgreichsten Projekte des Social Web. Die 2001 gegründete deutsche Version erfasst Weltwissen in mehr als 2,6 Millionen enzyklopädischen Artikeln, die von einer ehrenamtlich arbeitenden Community erstellt wurden. Der Bestand wird laufend aktualisiert und erweitert; alle Interessierten können sich am Projekt beteiligen. Allerdings ist die große Mehrheit der aktiv am Projekt Beteiligten männlich; entsprechend werden mächtige Rollen in der Community, etwa die von Administratoren, auch häufiger von Männern eingenommen. Diese Mehrheits- und Machtverhältnisse wirken in das Projekt hinein, z.B. bei Diskussionen über enzyklopädische Relevanz oder geschlechtergerechte Sprache. Es besteht die Gefahr, dass die Vielfalt der gesellschaftlich relevanten Themen in der Enzyklopädie nicht adäquat abgebildet und Wissen primär aus einer männlichen Perspektive dargestellt wird. Unser Projekt untersucht in Fallstudien, ob und wie der Gender Gap in der Community zu einem »Gender Bias« in der Enzyklopädie führt. In unserer Forschung arbeiten wir mit Methoden der Diskurslinguistik und der Korpuslinguistik an Daten aus der deutschen Wikipedia. In Lehrveranstaltungen kooperieren wir mit der deutschen Wikipedia-Community, um gemeinsam mit Studierenden Wikipedia-Artikel zu Frauen-Biographien zu bearbeiten oder neu zu erstellen.

Die Veranstaltung ist Teil der »#meetdigilog«-Gesprächsreihe rund um den Themenblock »Wikilog@bw – Qualität, Glaubwürdigkeit und Neutralität von Informationen auf digitalen Plattformen am Beispiel der Wikipedia«.

Die Expert:innen von »digilog@bw« bieten in der Diskussionsreihe »#meetdigilog« einen Einblick in ihre digitalen Forschungsthemen und wissenschaftlichen Projekte und beantworten Fragen auf Instagram-Live!

Spannende Artikel sowie weitere Expert:innen-Chats zum Nachschauen gibt es auch in unserem Blog auf digilog@bw.

Die Veranstaltung wird von der Telegram-Gruppe zkm_digiloglounge begleitet. Wir laden Sie herzlich dazu ein, Fragen im Chat der Gruppe oder bei Twitter @digilogbw zu stellen! 

Hinweis: Um an der Chatgruppe teilnehmen zu können, ist eine Anmeldung bei Telegram erforderlich. Hier finden Sie eine Anleitung.

Zu Gast

Prof. Dr. Eva Gredel ist Juniorprofessorin (mit Tenure Track) für Germanistische Linguistik mit dem Schwerpunkt „Digitale Kommunikation in Vermittlungskontexten“ an der Universität Duisburg-Essen. In ihrer Habilitationsschrift an der Universität Mannheim hat sie digitale Diskurse in der Online-Enzyklopädie Wikipedia analysiert. Sie war Mitantragstellerin beim Forschungsverbund Digilog@bw und ist auch nach ihrem Ruf an die Universität Duisburg-Essen als assoziiertes Mitglied an der Forschung im Teilprojekt Wikilog@bw beteiligt.

Dr. Maja Linthe promovierte an der Freien Universität Berlin und arbeitete danach als freiberufliche Autorin und Journalistin. Seit 2018 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Germanistische Linguistik der Universität Mannheim. In der Forschung beschäftigt sie sich vor allem mit der Multimodalität, Interaktion und Authentizität von Texten in den sozialen Medien. In ihren Lehrprojekten trägt sie universitäres Wissen in die Wikipedia und Wikipedia-Know-How in die Universität hinein, indem Studierende an der gemeinschaftlichen Produktion von Wikipedia-Artikeln beteiligt werden.

Prof. Dr. Angelika Storrer ist seit 2014 Professorin für Germanistische Linguistik an der Universität Mannheim. Während und nach ihrer Promotion an der Universität Heidelberg war sie Forschungsstipendiatin am wissenschaftlichen Zentrum der IBM. Anschließend arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Tübingen und später am Leibniz-Institut für Deutsche Sprache in Mannheim. 2002 folgte sie einem Ruf an die TU Dortmund, wo sie bis zu ihrem Wechsel an die Universität Mannheim als Professorin für deutsche Sprache und Sprachdidaktik tätig war. Seit den 90-er Jahren forscht sie zu Hypertexten und zur internetbasierten Kommunikation; Schwerpunkte bilden die Chat-Kommunikation sowie die Analyse von Sprache und Interaktion in der Wikipedia. Sie ist Mitherausgeberin des 2012 erschienenen Sammelbandes „Wikis in Schule und Hochschule“ und hat einschlägige Beiträge in Handbüchern und Zeitschriften publiziert.

Moderation: Sabina Zweil ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Wissen am ZKM | Karlsruhe. Ihr Schwerpunkt liegt im Forschungsfeld der Künstlichen Intelligenz. Aktuell ist sie für das Forschungsprojekt »Digitalisierung im Dialog – digilog@bw« tätig.

Organisation / Institution
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe

Begleitprogramm