Dull Dreaming
Das Bild zeigt eine Collage aus vier Fotos, auf den beiden Fotos links sind zwei Männer deutlich zu erkennen, auf den beiden rechts davon sind die beiden Männer nicht mehr zu erkennen und maskiert.
Workshop und Künstlergespräch mit Constant Dullaart
Sa, 07.07.2018 14:00, Dauer: 4h
OpenHUB, Lichthof 8+9
Eintritt frei

Der niederländische Künstler Constant Dullaart arbeitet mit künstlichen neuronalen Netzwerken, die durch künstliche Intelligenz Maschinelles Lernen und Mustererkennung ermöglichen. Seine Arbeit »DullDream«, die in Zusammenarbeit mit Adam Harvey technisch realisiert wurde, ist derzeit in der Ausstellung »Open Codes« zu sehen. In einem Workshop am ZKM geht er auf das künstlerische Konzept von »DullDream« ein und stellt den Prozess seiner Arbeitsweise vor. 

»Dulldream« verkehrt die Funktionsweise, die normalerweise mit konvolutionalen neuronalen Netzen (CNN) assoziiert wird, ins Gegenteil. CNN sind künstliche neuronale Netzwerke, die durch künstliche Intelligenz Maschinelles Lernen und Mustererkennung ermöglichen. Facebook, Apple und Google verwenden sie, um Bildinhalte zu analysieren. CNNs werden beispielsweise zur Gesichts- und Stimmerkennung eingesetzt und können auch Gegenstände anhand ihrer Form, der Oberflächenbeschaffenheit, des Farbverlaufs oder ihrer Farbe usw. bestimmen. 

Um festzustellen, ob das Netzwerk Dinge richtig erkennt, kann ihm der Befehl gegeben werden, die Werte, mittels derer es Kategorisierungen vornimmt, bei der Ausgabe zu verstärken. Verstärkte Mustererkennung mündet in Musterhalluzination: Der Algorithmus kann eine Tomate noch mehr wie eine Tomate aussehen lassen, einen Menschen noch menschlicher werden lassen.

Constant Dullaarts Software macht genau das Gegenteil: Betont Googles Erkennungssoftware »DeepDream« z. B. bestimmte Muster und verstärkt sie, so verringert »DullDream« die charakteristischen Eigenschaften einer Form. Aus einem tiefen Traum wird so ein stumpfer Traum – ein »DullDream«. Mit dem Programm können die NutzerInnen Bilder von sich hochladen, die dann aller individuellen Merkmale beraubt wieder ausgegeben werden. Die Arbeit bezieht damit eindrucksvoll Stellung gegen die zunehmende Normierung, die Mustererkennung mit sich bringt.

Von 14:00–17:00 Uhr findet ein Workshop mit dem Künstler statt, im Anschluss, ab 17:00 Uhr, folgt ein Gespräch mit ihm. 
Wir freuen uns auf einen regen Austausch und laden Sie herzlich ein!

Organisation / Institution
ZKM | Karlsruhe

Begleitprogramm